Prozess Rückschlag für Microsoft
Washington - In den USA hat es der mit dem Fall Microsoft beauftragte Richter abgelehnt, sich mit dem Antrag des US-Softwarehauses zu befassen, die Forderung der US-Regierung nach einer Zerschlagung von Microsoft zurückzuweisen. Auch eine Vertagung des Prozesses um zwei Monate lehnte Jackson ab.
Richter Thomas Penfield Jackson sagte am Mittwoch, er werde stattdessen unmittelbar zu Kartellrechtsfragen übergehen. Der Anwalt von Microsoft, John Warden, hatte zu Beginn der jüngsten Anhörung im dem Kartellverfahren gesagt, seiner Ansicht nach gebe es zwei Tagesordnungspunkte. Dies sei zum einen der Antrag von Microsoft, die Forderung der Regierung zur Aufspaltung des Konzerns zurückzuweisen und zum anderen der Zeitplan für das weitere Vorgehen.
Die Entscheidung des Richters ist nach Ansicht von Analysten ein Rückschlag für Microsoft schon in der Anfangsphase des gerade angelaufenen Verfahrens, in der es um die Festlegung des Strafmaßes für den Konzern geht. Ein US-Bezirksgericht hatte Microsoft im April für schuldig befunden, seine Marktmacht bei Computer-Betriebssystemen missbraucht und damit das US-Kartellrecht verletzt zu haben. Die Regierung in Washington sowie mehrere Bundesstaaten fordern eine Zerschlagung des Konzerns. Die Regierung will den Konzern in zwei Unternehmen teilen: eines für Betriebssysteme wie Windows und ein weiteres für Anwendungen wie das "Office"-Paket mit Tabellenkalkulation und Textverarbeitung oder den "Explorer" fürs Internet.