Prozessauftakt: Missbrauchs-Bilder ins Internet gestellt? - DER SPIEGEL
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Prozessauftakt Missbrauchs-Bilder ins Internet gestellt?

Weil er ein Mädchen sexuell missbraucht und anschließend Bilder der Gewalttat im Internet verbreitet haben soll, muss sich ein 46-jähriger Mann aus Delmenhorst seit heute vor dem Landgericht Konstanz verantworten.
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Konstanz - Der ehemalige Fuhrunternehmer soll zwischen August 1997 und Juli 1999 ein heute zehnjähriges Mädchen mehrfach sexuell misshandelt und dabei fotografiert haben. Bei einer Razzia im Juli 1999 hatten die Ermittler beim Angeklagten zudem zehn CD-Roms mit insgesamt 14.000 kinderpornografischen Darstellungen beschlagnahmt.

Auf die Spur des mutmaßlichen Täters waren die Kriminalbeamten gekommen, nachdem sie ein Foto des Mädchens in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst" veröffentlicht hatten. Zwei Anrufer aus Donaueschingen erkannten das Mädchen im Fernsehen wieder.

Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass der Angeklagte ein Freund der Familie des Opfers war. Die Eltern hatten den Mann im Urlaub kennen gelernt und ihm bedenkenlos ihre Tochter anvertraut. Nach eigener Aussage haben sie von den mutmaßlichen Handlungen nichts geahnt.

Der Angeklagte hatte sich nach zwölfjähriger Dienstzeit bei der Bundeswehr ein Transportunternehmen in Delmenhorst aufgebaut. In seiner Vernehmung zur Person sagte er, seine Kindheit sei normal verlaufen. Auch seine Ehe bestehe weiter. Er hoffe, seine Taten in der zu erwartenden Haft mit Hilfe einer Therapie "aufarbeiten" zu können.

Dem Mann drohen bei einer Verurteilung mindestens zwei und maximal 15 Jahre Gefängnis. Die Verteidigung hatte vor Prozessbeginn ein umfassendes Geständnis des 46-Jährigen angekündigt, die Verhandlung aber mit einem Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit begonnen. Das Gericht zog sich daraufhin drei Stunden lang zur Beratung zurück und folgte dem Antrag weitgehend.

Das Urteil soll am kommenden Montag verkündet werden.