"Quantum Dawn 2" Cyber-Manöver offenbart Schwächen der Wall Street
Börse in New York: Cyber-Planspiel "Quantum Dawn 2" gibt Hinweise auf Schwachstellen
Foto: Andrew Gombert / dpaNew York - Wie gut Banken, Behörden und Dienstleister in den USA gegen die Angriffe von Hackern gesichert sind, wurde bei einem Planspiel mit dem Namen "Quantum Dawn 2" erprobt. Dabei übernahmen Angreifer zunächst die Computer von Händlern, um mit dem massenhaften Verkauf von Aktien Kursschwankungen herbeizuführen.
Wie die "Financial Times" berichtet , war das nur der Anfang des fiktiven Cyberangriffs. Hinzu kamen weitere Attacken auf diverse Systeme der 50 beteiligten Institutionen. Wie sich die Aktienmärkte ins Chaos stürzen lassen und welche Einfallstore für Angriffe es genau gibt, wurde nicht bekanntgegeben - es wäre immerhin so etwas wie eine Anleitung zum Finanzcrash.
Nach fünf Stunden wurde der Aktienhandel in der Simulation vorsichtshalber ausgesetzt. Insgesamt war das Szenario auf sechs Stunden angelegt. Nun soll bei der Sicherheit nachgebessert werden, vor allem bei der Kommunikation mit den Behörden.
Organisiert worden war der Drill, der bereits am 18. Juli stattfand, vom Branchenverband Securities Industry and Financial Markets Association (Sifma). Neben den großen Wall-Street-Banken nahmen das Finanzministerium, die Börsenaufsicht, die Bundespolizei FBI und das US-Heimatschutzministerium teil.
Der Bankenverband will US-Politiker von einem Gesetz überzeugen, mit dem der Austausch von Informationen zwischen Banken und Behörden im Falle eines Cyberangriffs einfacher werden soll. Derzeit könnten Unternehmen rechtliche Schwierigkeiten bekommen, wenn sie Kundendaten mit Behörden teilen würden.
Die erste "Quantum Dawn"-Übung lief vor anderthalb Jahren. Damals zählte die Sifma nur halb so viele Teilnehmer. Seitdem hätte es eine Vielzahl von Denial-of-Service-Angriffen auf Systeme der Finanzindustrie gegeben.