Rechnungs-Spam Letzte Mahnung aus Versehen
Eine dubiose Spam-Mail bereitet zur Zeit Kripo und Staatsanwaltschaft in Bayreuth Kopfzerbrechen. Wie ein Polizeisprecher am Montag mitteilte, wurden in der Mail mit der Betreffzeile "letzte Mahnung" 30.000 Empfänger aufgefordert einen noch offenen Rechnungsbetrag über 29,99 Euro zu begleichen. Wegen der offenbar betrügerischen Mahnungen, die am Freitag versandt wurden, seien bereits mehrere Strafanzeigen eingegangen. Die Polizei habe daraufhin das in der Mail genannte Konto gesperrt und die Computer des Bayreuther EDV-Dienstleisters beschlagnahmt.
Der 21-Jährige gab in einer ersten Vernehmung an, die E-Mails versehentlich verschickt zu haben. Er habe die Mahnung irrtümlich an eine Verteilerliste, statt wie beabsichtigt an nur einen Empfänger gesendet. Als ihn irritierte Kunden auf sein Missgeschick aufmerksam gemacht hätten, habe er sofort die Polizei informiert. Da der 21-Jährige tatsächlich angerufen habe, setzten die Beamten den Mann wieder auf freien Fuß.
Ob es sich bei der Massenmahnung wirklich um ein Versehen gehandelt habe, müsse eine genauere Untersuchung des Computers erweisen, sagte der Polizeisprecher. Misstrauisch mache allerdings, dass die E-Mail einem beliebten Muster von Internet-Betrügern folge: In Scheinrechnungen werden bewusst recht niedrige Beträge eingefordert, die Empfänger lieber bezahlten als die Forderung noch einmal nachzuprüfen, sagte der Sprecher.
Wie der Bayreuther an die Adressen kam, ist noch unklar. Im News-Portal "Heise-online" berichten einige Empfänger der angeblich fehlgeleiteten Mahn-Mails, dass sie die angeschriebenen Mail-Adressen lediglich für einmalige Zwecke eingerichtet hatten oder nur in Usenet-Diskussionsgruppen verwendet wurden.