Rechtsstreit: Mutter klagt für YouTube-Video - DER SPIEGEL
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Rechtsstreit Mutter klagt für YouTube-Video

Verkehrte Welt. Während normalerweise Stars, Sternchen, Musik- und Videofirmen von dem Videoportal verlangen, Filme von der Webseite zu entfernen, geht nun eine Mutter einen anderen Weg. Sie will, dass ein Video ihrer Tochter auf dem Portal verbleibt.
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San Francisco - In San Francisco sei eine entsprechende Klage eingereicht worden, sagte der Anwalt der Mutter am Dienstag (Ortszeit). Der Mutter war zuvor mitgeteilt worden, dass das 29 Sekunden lange Video, in dem ihre Tochter zu dem Prince-Song "Let's Go Crazy" tanzt, wegen Verletzung der Urheberrechte der Plattenfirma Universal von dem Portal genommen werde. Das Video zeigt das kleine Mädchen im roten Pullover, wie es tanzt und sich an einem Spielzeug-Kinderwagen festhält, um das Gleichgewicht zu behalten.

"Ich war wirklich überrascht, als ich hörte, dass das Video runtergenommen wurde", sagte die Mutter der Tochter, Stephanie Lenz. "Universal sollte keine juristischen Drohungen benutzen, um Menschen daran zu hindern, die Heim-Videos ihrer Kinder mit Freunden und Verwandten zu teilen."

Millionen von Internet-Nutzern weltweit nutzen YouTube. Allerdings kommt es immer häufiger zu Auseinandersetzungen um Urheberrechte für Filme und Musik. Der spektakulärste Fall dürfe eine Klage des Medienkonzerns Viacom sein. Dieser hatte YouTube auf Zahlung von einer Milliarde Dollar Schadenersatz verklagt. Der Vorwurf lautet, es seien mehr als 160.000 Videos aus dem Fundus von Viacom-Sendern wie Comedy Central, VH1 und MTV auf dem Videoportal aufgetaucht. Mit ähnlichen Vorwürfen gehen auch der TV-Sender NBC und die englische Fußballliga gegen YouTube vor. Gescheitert war der Versuch eines brasilianischen Model, schlüpfrige Videos aus ihrem Privatleben per Gerichtsbeschluss von Youtube löschen zu lassen.

Eine YouTube-Suche nach dem Titel "Let's Go Crazy" förderte am Mittwochmorgen 865 Treffer zutage. Darunter etliche Versionen des Original-Musikvideos zum Song von Prince. Aber an denen scheint sich die Plattenfirma des Künstlers nicht zu stoßen.

mak/afp