Riesen-Update Microsoft stopft 49 Sicherheits-Lücken
Microsoft lobt sich mit einem Superlativ: Das sei das größte Sicherheits-Update der Firmengeschichte, meldet der Software-Konzern. 16 Software-Aktualisierungen sollen 49 Sicherheitslücken beheben, die das Betriebssystem Windows, den Browser Internet Explorer und das Office-Paket angreifbar machen. Wer die Aktualisierung noch nicht installiert hat, kann die Installationsroutine über die Microsofts Update-Seite starten.
Die Updates zielen auch auf das geheimnisvolle Virus Stuxnet, das Industrieanlagen befiel. Die Schadsoftware attackiert auch Rechner, mit denen Kraftwerke und andere Infrastruktur-Einrichtungen mit Hilfe von Kontrollsystemen von Siemens gesteuert werden. Die Software-Firma Symantec, die Anti-Virus-Programme verkauft, verzeichnete die größte Verbreitung von Stuxnet im Iran. Der Virus wurde aber auch in Indonesien, Indien, den USA, Australien, Großbritannien, Malaysia und Pakistan festgestellt. Bislang hat Microsoft drei der vier Sicherheitslücken geschlossen, die Stuxnet ausgenutzt hat.
Parallel zur Aktualisierung hat Microsoft die neueste Ausgabe seines halbjährlich veröffentlichten IT-Sicherheitsreports (Microsoft Security Intelligence Report) vorgestellt. Der Veröffentlichung zufolge breiten sich Botnetze weltweit stärker aus. Immer häufiger werden diese Netzwerke aus gekaperten Computern für die Verbreitung von Schadsoftware verwendet, um zum Beispiel an Kontodaten zu gelangen. Die Infektionsrate in Deutschland ist aber Microsoft zufolge zuletzt erneut rückläufig gewesen und sank um 2,6 Prozent.
Weltweit von den kriminellen Attacken am meisten betroffen ist Südkorea, ermittelten die Forscher von Microsoft. Hier wurden im Zeitraum zwischen Januar und Juni 14,6 Infektionen pro 1000 überprüfte Computer registriert. Nach absoluten Zahlen waren die USA Spitzenreiter mit 2,2 Millionen Infektionen, Brasilien folgte mit deutlichem Abstand mit 550.000 Ansteckungen. In Europa fallen in Spanien mit 382.000 Infektionen die meisten privaten oder gewerblich genutzten Rechner einer "feindlichen Übernahme" zum Opfer.