Italienischer Badeort Rimini KI-Stimmen helfen beim Finden vermisster Kinder
Strände von Rimini: Lautsprecherdurchsagen in mehr als 100 Sprachen
Foto: Bernhard Lang / The Image Bank / Getty ImagesDer Badeort Rimini an der italienischen Adria will mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) dazu beitragen, dass Eltern ausgebüxte oder auf andere Art aus den Augen verlorene Kinder schnell wiederfinden. Über am Strand aufgestellte Lautsprecher können akut vermisste Kinder inzwischen in weit mehr als 100 verschiedenen Sprachen und Dialekten ausgerufen werden, heißt es in Medienberichten, von natürlich klingenden KI-Stimmen. Grundlage dafür ist ein neues Computerprogramm, das es angeblich auch ermöglicht, die Tonlage von Ausrufen anzupassen, je nach Dringlichkeit.
Die Lautsprecher für wichtige Durchsagen gibt es in Rimini schon seit 1946. Anfangs waren es nur sieben, inzwischen sind es fast 150. Die »Stimme des Strandes« hat auch einen eigenen Namen: Publiphono. Nach Angaben der Betreiberfirma konnten über die Jahre hinweg Zehntausende Kinder zurück zu ihren Eltern gebracht werden.
In der laufenden Saison wurden nach Berichten der örtlichen Presse bislang mehr als 200 Verlustmeldungen ausgespielt. Dabei sei es meist um Kinder gegangen, heißt es, zum Teil aber auch um ältere Strandbesucher und Hunde. Der Lokalzeitung »Corriere di Romagna« zufolge kam in etwa zehn Prozent der Fälle KI zum Einsatz.
Unbedingt auch die Farbe des Outfits merken
Ein Sprecher der Betreibergesellschaft sagte: »Die Anwendung unterscheidet sich von gewöhnlichen Sprachprogrammen dadurch, dass sie Deep-Neural-Networks und Algorithmen des maschinellen Lernens nutzt, was gründlichere und anspruchsvollere Texte ermöglicht.« Zu den unterstützten Sprachen zählen demnach zum Beispiel Deutsch, Niederländisch und Russisch.
Die 150.000-Einwohner-Stadt Rimini gehört mit ihren vielen flachen Stränden zu Italiens meistbesuchten Badeorten. Auch bei deutschen Urlaubern ist Rimini seit Jahrzehnten beliebt. Diese Woche werden dort bis zu 35 Grad erwartet.
Die Bademeister äußerten sich sehr zufrieden mit der Hilfe durch KI. Grundsätzlich empfehlen sie Eltern aber auch, sich genau zu merken, an welchem Strand sie sich befinden – und welche Farbe die Bikinis, Badeanzüge oder Badehosen ihrer Kinder haben.