Robocup boomt: Gibt es bald eine deutsche Meisterschaft? - DER SPIEGEL
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Robocup boomt Gibt es bald eine deutsche Meisterschaft?

Der Robocup: Kein reiner Spiel-, Sport- und Spaßevent. Den Entwicklern geht es um Fortschritt in der Robotik; in Workshops und am Spielfeldrand tauschen sie ihre Geheimnisse aus. Dieser lockere Ausbruch aus dem Elfenbeinturm ist so fruchtbar, dass die Teams inzwischen über eine deutsche Roboter-Liga nachdenken.
Von Hans-Arthur Marsiske
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Im "Robocup Workshop", der zu jeder Robocup-Meisterschaft gehört, werden in wissenschaftlichen Präsentationen die informationstheoretischen Grundlagen des Roboterfußballs erörtert. Die Referenten diskutieren neue Lernalgorithmen, die es zum Beispiel einem Torwart ermöglichen können, durch Erfahrung seine Reaktionsfähigkeit zu verbessern.

Solche Verfahren sind auf Dauer unumgänglich, weil beim Programmieren "von Hand" nicht alle denkbaren Situationen vorhergesehen werden können. Auch die Probleme der Bildverarbeitung und Selbstlokalisierung, die den Roboterfußball immer noch deutlich prägen, spiegeln sich in den Themen der Vorträge wieder.

Auch im Workshop wird nicht auf Wettbewerb verzichtet. Denn alljährlich wird bei der Robocup-WM auch der Scientific Challenge Award für diejenigen Beiträge vergeben, die nach Ansicht der Jury die größte wissenschaftliche Wirkung versprechen.

Deutsche Robo-Fußballfans werden möglicherweise bald keine weiten Reisen mehr auf sich nehmen müssen, um die Mechanokicker live in Aktion zu erleben. Denn in Melbourne hat sich wieder einmal gezeigt, dass es in Deutschland genügend gute Teams gibt, um eine eigene nationale Meisterschaft auszurichten. Der deutsche Arbeitskreis "Robocup", der sich im Anschluss an den Workshop beriet, hat jetzt beschlossen, dies für den nächsten Juni in Angriff zu nehmen. Als Austragungsort ist derzeit Paderborn im Gespräch.