Robocup-Finale: Freiburg ist Weltmeister! - DER SPIEGEL
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Robocup-Finale Freiburg ist Weltmeister!

Fußball-Deutschland ist selig: In Hamburg gelang der zweibeinigen deutschen Nationalmannschaft ein Sieg über Griechenland, in Melbourne wurde der CS Freiburg Weltmeister im Robocup 2000.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Tag begann zunächst wenig aufregend mit dem Spiel um den dritten Platz in der Middle Size League zwischen dem bisherigen Weltmeister Team Sharif aus Teheran und den Trackies aus Osaka.

Die Trackies wirkten überraschend stärker als am Vortag im Spiel gegen Golem, während es den Iranern an Präsizion zu mangeln schien. Erst zu Beginn der zweiten Halbzeit gelang den Sharif-Robotern der Führungstreffer. Als dann die Trackies 30 Sekunden vor Schluss den Ausgleich erzielen konnten, gewann das Spiel auf einmal an Dramatik. Es kam zur Entscheidung durch Strafstöße, das der Iran mit 4:3 für sich entscheiden konnte.

Proteste nach dem Spiel: War der Torwart zu breit?

Nach dem Spiel gab es einige Diskussionen, weil die Trackies monierten, dass der iranische Torwart nicht den vorgeschriebenen Maßen entspreche. Tatsächlich wurden Abweichungen von wenigen Zentimetern festgestellt, die bei der offiziellen Abnahme der Roboter nicht bemerkt worden waren.

Es wird aber wohl keine Wiederholung des Spiels oder Annullierung des Ergebnisses geben, weil die Veranstalter den Wettbewerbsaspekt des Robocup im ausgewogenen Verhältnis zu dessen wissenschaftlichem Aspekt halten wollen. Gleichwohl deutet die Meinungsverschiedenheit auf einen Schwachpunkt bei den Wettbewerbsregeln, dessen Behebung das Robocup- Komitee bereits in Angriff genommen hat.

Freiburg gegen Golem Italia: 0:2-Rückstand nach wenigen Minuten

La Finale Grande in der Middle Size League startete mit einer Verzögerung. Die Freiburger hatten Kommunikationsprobleme. Mehrfach wurde das Publikum aufgefordert, alle Mobiltelefone abzuschalten.

Schließlich wurde das Spiel angepfiffen mit der Option für das Freiburger Team, die Roboter gegebenenfalls manuell einzuschalten. Die Schwierigkeiten mit der Kommunikation scheinen jedenfalls für den schnellen Treffer des italienischen Golem Teams verantwortlich gewesen zu sein. Der Freiburger Torwart reagierte überraschenderweise gar nicht auf den Angriff. Der zweite Treffer der Italiener war ein gut gezielter Schuss ins kurze Eck.

Mittlerweile schienen die Freiburger Roboter wieder zu ihrer bekannten Form zurückzufinden. Den Anstoß nach dem 2:0 nutzte der Spieler für einen der berühmten Sturmläufe in geschwungener Bahn, der dem italienischen Torwart keine Chance ließ. Eine wunderschöne Aktion, die die Zuschauer zu begeistertem Applaus hinriss. Beim Spielstand von 1:2 ging das Spiel in die Halbzeitpause.

Spannung pur: Die Angst des Torwarts...

Zu Beginn der zweiten Hälfte erzielte Freiburg den Ausgleichstreffer, der in gewisser Weise eine Revanche für das 0:1 war: Diesmal hatte der Golem-Torwart technische Probleme. Beim nächsten Mal war es wieder der Freiburger Keeper, der nicht richtig reagierte. Aber auch diesen Rückstand konnte Freiburg wieder aufholen, so dass beim Endstand von 3:3 ein Elfmeterschießen erforderlich wurde.

Freiburg übernahm die ersten fünf Strafstöße, zwei gingen gegen den Pfosten. Doch die Chancen standen gut, dass der Freiburger Torwart, der jetzt wieder auf dem Posten war, die italienischen Schüsse würde abwehren können. Im Unterschied zu anderen Teams richtet er sich nicht nur auf den Ball, sondern auch auf die Bewegungen des Gegenspielers aus. Die Taktik funktionierte. Als der dritte Elfmeter gehalten war, brach Jubel aus: Der CS Freiburg ist nach einem packenden Finale Weltmeister!

Hans-Arthur Marsiske