Robocup Junior: Was Lego-Roboter so alles können - DER SPIEGEL
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Robocup Junior Was Lego-Roboter so alles können

Matthias, Heiko und Stefan vom Illertal-Gymnasium vertreten Deutschland als "Nationalteam" im Wettbewerb der Lego-Roboter. Programmiert haben sie ihre Robots in der Schule, während des "Robotik"-Unterrichts.
Von Robocup-Team, Amsterdam
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Lärm in der kleinen Halle des Sportzentrums der Amsterdamer Universität ist ohrenbetäubend, der heutige Tag gehört dem Nachwuchs. Vertreter von Schulen aus halb Europa haben sich hier eingefunden, um den Wettstreit im "Robocup Junior" auszufechten. Als deutsches "Nationalteam" gehen Vertreter zweier Klassen des Illertal-Gymnasiums aus Vöhringen an den Start. Das liegt ungefähr 20 Kilometer von Ulm.

Wieder Ulm: Deutschlands Hochburg der Robotik liegt, wie so vieles, das mit Technologie zu tun hat, im Süden der Republik, an der Donau. Die drei Jungs besuchen die achte Klasse, ein zweiter Teil des sechsköpfigen Teams besucht noch die Siebte. In welchem Fach lernt man wohl, mit Robotern umzugehen?

Heikos kurzes Stirnrunzeln deutet an, dass man eine dämlichere Frage wohl kaum stellen kann: "Na, in Robotik." Logisch, ist doch klar. Robotik wird am Gymnasium Illertal als so genanntes "Wahlfach" angeboten. "Das heißt", sagt Matthias, "dass man da freiwillig mitmacht und auch keine Noten bekommt."

Freiwillig, Robotik, klar. "Die Roboter werden vom Veranstalter gestellt", erzählt Matthias weiter - was die Frage aufwirft, worin denn die Leistung der Jung-Robotiker besteht. "Wir schreiben die entsprechende Software dazu", erläutert Stefan, "in C++, früher in Pascal". Die kleinen, bunten Roboter verfügen über Infrarot-Sensoren und über berührungsempfindliche "Fühler". Wie finden sie den Ball, wenn das teils noch nicht einmal die "Großen" schaffen?

"Der Ball", klärt uns Matthias auf, "sendet ein Infrarot-Signal, auf das die Roboter reagieren". Die Leistung der Illertaler Robotik-Experten besteht darin, ein Programm zu schreiben, dass den Roboter in den Besitz des Balles bringt und ihn diesen dann ins richtige Tor befördern lässt. Das sieht ganz schön professionell aus. Die Erfolgsquote ist überraschend hoch, gerade in Anbetracht der kurzen Spielzeit. Ein Match dauert gerade einmal fünf Minuten.

Leider konnte das deutsche Team nicht ins Halbfinale vordringen. Aber das Gewinnen scheint auch nicht ganz so wichtig zu sein: Die drei sind vierzehn - und sie sind in Amsterdam. Was kann man sich mehr wünschen?