Russische Musik-Webseite: Allofmp3 will weitermachen - DER SPIEGEL
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Russische Musik-Webseite Allofmp3 will weitermachen

Schlechte Nachrichten für die westlichen Musikkonzerne: Der russische Download-Dienst Allofmp3 will bald wieder den Betrieb aufnehmen. Nachdem ein Gericht Allofmp3 für rechtens erklärt hat, soll bald wieder Musik verkauft werden.
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Nur unter der russischen Toplevel-Domain .ru ist das stillgelegte Downloadportal derzeit zu erreichen. Musik bekommt man dort freilich nicht - nur Durchhalteparolen und Mutmach-Texte. Der jüngste Eintrag trägt die Überschrift "Der Dienst wird wieder aufgenommen". Und zwar in "absehbarer Zukunft".

Mit dieser Ankündigung, die den Plattenbossen wie eine Drohung klingen muss, geht das Ringen um das erfolgreiche Musikportal in die nächste Runde. Die Versuche westlicher Unternehmen, den Betrieb mit politischem Druck und Rechtsmitteln zu unterbinden, dürften vorerst als gescheitert angesehen werden.

Zuletzt hatte ein russisches Gericht entschieden, am Geschäftsprinzip von Allofmp3 sei nichts auszusetzen. Schließlich, so die Begründung, zahle das Unternehmen brav seine Abgaben an die russische Verwertungsgesellschaft "Russian Organization for Multimedia and Digital Systems". Das sei nach russischem Recht legal und nicht zu beanstanden.

Bei den westlichen Plattenfirmen kommt von diesen Abgaben offenbar nichts an. Und selbst wenn, wären die Zahlungen nach westlichen Maßstäben wahrscheinlich verschwindend gering. Schließlich verkaufte Allofmp3 Musik bislang zu Schnäppchenpreisen. Während iTunes und Musicload pro Song rund einen Euro verlangen, rechneten die Russen nach geladener Datenmenge ab: So konnte man teilweise komplette Alben für ein bis zwei Euro laden.

Bestandskunden verspricht das Portal, dass sie ihre alten Kundenkonten nach der Wiedereröffnung weiterbenutzen können - samt eventueller Guthaben. Eine Angabe darüber, wann der Dienst wieder online geht, bleibt das Unternehmen mit nebulösem Firmensitz an einer Moskauer Wohnstraße bislang allerdings schuldig.

Noch macht es nicht den Anschein, als könne man in Kürze mit einem Relaunch rechnen. Zwar sind in der Presseecke des Portals verschiedene Nachrichten aufgelistet, doch führt ein Klick auf deren Titelzeilen stets entweder zu einer leeren Seite oder zur immer gleichlautenden Meldungen über die bevorstehende Wiederaufnahme des Betriebs.

mak