Satelliten-Monopoly Mit echten Taxis virtuelles Geld verdienen
Das Schwergewicht unter den Immobilien ist die gesamte City: Das Bankenviertel von London kostet vier Millionen Pfund Spielgeld - dafür wirft es ordentlich Miete ab. Jedes Mal, wenn eins der am GPS-Monopoly teilnehmenden Taxis dort hält, bringt das eine Million ein - falls der Spieler nicht noch ein virtuelles Hotel auf sein virtuelles Luxusgrundstück gestellt hat. Dann steigt der Mietpreis, genau wie in dem Brettspiel-Klassiker, den ein Spielzeughersteller jetzt als Live-Version zum online mitspielen ins Netz gestellt hat: "Die Orte sind echt, die Taxifahrer sind echt und die anderen Spieler sind sehr real", heißt es auf der Webseite zum Spiel.
Taxi-Monopoly: Virtuelle Grundstücke zu Spottpreisen
18 Londoner Taxifahrer haben die Betreiber des Online-Monopoly mit GPS-Empfängern ausgestattet: So ist jederzeit klar, wo sich Brendan, Mark, John und die anderen aufhalten in ihren schwarzen London-Cabs. Statt zu würfeln, sucht sich der Spieler einen Fahrer aus - und dessen Fahrrouten entscheiden von nun an über Wohl und Wehe des eigenen Bankkontos. Hält das ausgesuchte Taxi allzu oft auf teuren Grundstücken der Mitspieler, geht das schnell ins Geld. Ein einziger Stopp an der falschen Stelle kann schnell mal zehn oder zwanzig Millionen Spiel-Pfund kosten.
Fünfzehn Millionen Pfund Startkapital bekommt jeder Spieler. Wer weitere Mitspieler wirbt, bekommt einen zusätzlichen Start-Bonus. Nach 24 Stunden ist eine Runde vorbei, dann kann man sehen, ob sich die eigenen Investitionen ausgezahlt haben. Ein rekordverdächtiges Ergebnis erzielte ein Spieler namens "rubber duck" (Gummiente): Innerhalb eines Spieltages verdiente er über 17 Milliarden Monopoly-Pfund. Jede Viertelstunde kann man sich online über seinen aktuellen Kontostand informieren - und auch jederzeit das Taxi wechseln, wenn der ausgewählte Fahrer sich als zu kostspielig erweisen sollte.
Die online kostenlos spielbare Taxi-Lotterie, das "größte Monopoly der Welt", ist ein Marketinggag einer Spielzeugfirma, die eine Neuedition des Brettspiel-Klassikers unter die Leute bringen will. Ob irgendjemand diese Version braucht, bei der die Parkstraße durchs Londoner Bankenviertel ersetzt ist, sei dahingestellt - mit Brendan, Mark und John ganz nebenbei virtuell durchs echte London zu kutschieren jedenfalls kann an einem zu warmen Arbeitstag sehr angenehme Ablenkung bieten.
Christian Stöcker