Schweiz 1300 Kinderpornografie-Verdächtige verhört
Erst das Internet schuf für Kinderpornografen die Möglichkeit, ihre "Ware" massenhaft zu verbreiten. Doch in den letzten Monaten zeigte sich auch, dass das Internet den Polizeibehörden bisher ungekannte Möglichkeiten bietet, Zugriff auf Kinderpornografenzirkel zu erhalten. Erschreckend ist dabei immer wieder die schiere Zahl der unter Tatverdacht überprüften und später oftmals angeklagten Personen. In der Schweiz mussten in den letzten Tagen rund 1300 Verdächtige den Ermittlern Rede und Antwort stehen. Wahrscheinlich rund zwei Drittel, so ein Behördensprecher, müssten am Ende mit einer Anzeige rechnen.
Der Schuldnachweis dürfte in diesem Fall relativ einfach zu führen sein. Die meisten der Überprüften waren dadurch auffällig geworden, dass sie kinderpornografisches Material mittels ihrer Kreditkarte bezahlten.
Die Fahndungsaktion ist Teil einer internationalen Untersuchung gegen die Verbreitung von Kinderpornografie im weltweiten Netz. Erst seit dem 1. April ist auch in der Schweiz der Erwerb, Handel und das Herunterladen von kinderpornografischem Material verboten.
Ausgangslage der Operation waren mehrjährige Ermittlungen in den USA rund um die Firma "Landslide". Dieser konnte nachgewiesen werden, den Zugang zu rund 300 kinderpornografischen Websites bereitgestellt zu haben. Weltweit wurden so etwa 250.000 Internetnutzern Zugang zu kinderpornografischen Webseiten gegen Bezahlung gewährt. Erste Informationen wurden im August 2001 via Interpol auch an die Schweiz übermittelt.
Die Beschuldigten kommen den Berichten zufolge aus allen Bevölkerungsschichten. So werden im Kanton Solothurn ein Untersuchungsrichter, ein Schulpsychologe und zwei Lehrer verdächtigt. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht mitgeteilt.