Sesselsport: Volle Pulle, volles Risiko - DER SPIEGEL
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Sesselsport Volle Pulle, volles Risiko

Bereits in vierter Auflage erscheint mit "World Rally Championship" das Playstation-Spiel zum internationalen Rallye-Zirkus. Realistische Action in grafisch erstklassig aufbereiteten Szenarien sorgen dafür, dass man selbst auf der heimatlichen Couch ins Schwitzen kommt.
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Wenn man mit dem Peugeot 307 bei Tempo 150 in eine Schneewehe rast, springt schon mal die Motorhaube ab. "Bist Du ok?" fragt der Beifahrer fürsorglich, aber für eine Antwort auf diese Frage bleibt kaum Zeit. Denn wer nicht ständig den Fuß auf dem Gaspedal hat, landet in der vierten Folge des offiziellen Videospiels des Welt-Rallye-Verbands FIA unweigerlich auf dem letzten Platz.

Wenn die Rallye-Weltmeisterschaft Mitte November in Australien zu Ende geht, fängt sie auf der PlayStation erst richtig an. Die Entwickler von "World Rally Championship" (WRC) haben in Folge 4 alle 16 Strecken auf fünf Kontinenten nachgebildet, darunter auch die neuen Wettbewerbe in Mexiko, Japan und auf Sardinien. Im Spiel schlüpft man in die Rolle von Rallye-Stars wie Petter Solberg und steigt dann auch ins entsprechende Auto ein.

"Wir haben ein ganz neues Auto-Simulationsmodell erzeugt, indem wir Techniken aus der Automobilindustrie verwendet haben", erklärt Chefentwickler Martin Kenwright. "Die Bewegung des Autos ergibt sich aus Reifen, Schwerkraft und Aerodynamik." Besonders eindrucksvoll zeigt sich dies bei Pannen: Wenn die rechte Tür beschädigt ist, springt sie in jeder Linkskurve auf, um sich in der Rechtskurve wieder zu schließen.

Realismus: Ducken, sonst Beule

Vor allem aber sind es die detaillierten Texturen des Streckenverlaufs, die dem rasanten Spiel einen fast schon beängstigenden Realismus verleihen. Auf enger Straße schiebt sich ein Baumzweig ins Bild - unwillkürlich duckt man sich, um dem Hindernis auszuweichen und die nächste Kurve nicht zu verpassen.

Fotostrecke

WRC: Rallye-Feeling für Sesselsportler

Die Daten für die Strecken beruhen nach Angaben Kenwrights auf Satellitenaufnahmen. Bei der grafischen Umsetzung kamen mehrere tausend Fotos zum Einsatz. Gegenüber der Vorversion wurde die Zahl der Objekte entlang der Strecke ebenso verdoppelt wie die Auflösung der Texturen. Eigentlich ist die Gestaltung der Landschaft schon fast zu schön für das Rennen - zu gern würde man auf der Brücke bei Prunieres die Aussicht auf die französischen Seealpen genießen, anstatt nur an die Punkte der Rallye Monte Carlo denken zu müssen.

Um sich in der Rangliste an die Spitze zu setzen, muss man mit vollem Risiko über die Strecke rasen. Wird man hinaus geschleudert, kann man versuchen, wieder zur Strecke zurückzusteuern - oder man lässt sich von der Software zurücksetzen. Allerdings beeinflussen Beschädigungen das Fahrverhalten. Mit geplatztem Reifen und defekter Lenkung ist es sehr viel schwerer, den Spitzenplatz zu halten. Nach dem Rennen stehen nur 20 Minuten für Reparaturen zur Verfügung - wenn das nicht ausreicht, muss man die Schäden ins nächste Rennen mitnehmen.

Im umfangreichsten Spielmodus, der Meisterschaft, werden alle 16 Rallyes absolviert, was zu zweit am meisten Spaß macht. Dabei treten die Spieler nicht gleichzeitig, sondern abwechselnd zum Rennen an. Beim Zeitrennen-Modus gibt es auch einen geteilten Bildschirm für den direkten Rennvergleich von zwei Spielern. Mit DSL-Verbindung und Netzwerkadapter sind auch Online-Rennen möglich. Um die eigene Geschicklichkeit zu verbessern, kann man sich auch auf Teststrecken begeben.

WRC4 wurde von den Evolution Studios in England für die PlayStation 2 entwickelt und wird von Sony Computer Entertainment zum Preis von 59,95 Euro vertrieben.

Peter Zschunke, AP

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