Sex mit Minderjährigen Zwei MySpace-Nutzer verhaftet
Nach Angaben der US-Bundesbehörden kontaktierte Sonny S., 22, aus New York über MySpace eine Elfjährige, während Stephen L., 39, aus Pennsylvania über das Community-Portal Kontakt zu einer Vierzehnjährigen aufnahm. "Menschen mit bösen Absichten missbrauchen diese Technologie und machen unsere Kinder zu Zielen", sagte der Staatsanwalt Kevin O'Connor aus dem Staat Connecticut bei einer Pressekonferenz.
O'Connor betonte auch, dass MySpace selbst nicht für die Taten der Männer verantwortlich zu machen sei. "Das hier hat nur mit den Tätern zu tun", sagte er, wenn es um die Schuldfrage gehe "muss man mit dem Finger auf die Angeklagten zeigen".
Die beiden Beschuldigten hatten sich den Angaben zufolge mit ihren Opfern auch getroffen und mit ihnen Sex gehabt. Sonny S. chattete mit dem Mädchen auch über einen Instant-Messenger-Client, die beiden betrieben Video-Chat über Webcams und sollen auch telefoniert haben. Schließlich traf der Mann sich mit der Elfjährigen laut FBI-Angaben sogar im Haus ihrer Eltern. Sonny S. drohen bis zu 30, Stephen L. bis zu 60 Jahre Haft.
Das Community-Portal MySpace, das Teenagern und Erwachsenen die Möglichkeit gibt, eigene Profilseiten mit Fotos, Videos, Musik und Text zu veröffentlichen und mit den Seiten ihrer Freunde und Bekannten zu verlinken, ist in jüngerer Zeit verstärkt in die Kritik geraten. Schon seit einiger Zeit werden immer wieder Vorwürfe laut, die oft verführerische Selbstdarstellung und sorglose Preisgabe persönlicher Information durch Jugendliche mache das Portal zu einem Jagdrevier für Pädophile.
Das Unternehmen MySpace, das im vergangenen Jahr für über 500 Millionen US-Dollar von Rupert Murdochs News Corp. aufgekauft wurde, hat bereits auf die Kritik reagiert. So wurde ein "Sicherheits-Zar" berufen, der sich speziell um derartige Belange kümmern soll. Schon seit längerem verweigert MySpace Kindern unter 14 offiziell eine Mitgliedschaft. Kinder unter 16 dürfen nicht von anderen Nutzern kontaktiert werden, die nicht in ihrer Freundesliste stehen.
Die Überprüfung des Alters allerdings ist nahezu unmöglich. 200.000 Profile soll MySpace in der Vergangenheit gelöscht haben, weil der Verdacht bestand, die betreffenden Nutzer hätten falsche Angaben über ihr Alter gemacht. Jederzeit kann man aber auch jetzt noch Nutzerprofile von Teenagern und jungen Erwachsenen finden, die angeblich über 100 Jahre alt sind. MySpace hat über 50 Millionen registrierte Nutzer.
cis/rtr