Simulationsliga: Spieler ohne Beine - DER SPIEGEL
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Simulationsliga Spieler ohne Beine

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?



Haben Sie erkannt, was das ist? Ja? Sie müssen Robo-Trainer sein. Während der gemeine menschliche Fußballer höchstens mal mit Brille als Sehhilfe auf den Platz geht, bedarf es für den Simulationsspieler komplizierter mathematischer Formeln. Sonst bleibt er blind. Obiges ist der Beginn dessen, was Robo-Spieler wahrnehmen dürfen.

Was ist die Simulationsliga? Elf kleine gelbe Punkte spielen gegen elf kleine rote Punkte. Dahinter stecken Softwareprogramme, für jeden Spieler ein eigenes. Das Spiel wird auf einem SoccerServer ausgetragen, die Spieler werden von Clients verwaltet. Das virtuelle Spielfeld entspricht der Größe eines realen Fußballfeldes: 105 x 68 Meter. Nur das Tor bekommt die doppelte Breite: fast 15 Meter. Dafür wird großzügig auf einen Torwart verzichtet – die Spieler haben ohnehin keine Hände.

Und auch keine Beine, sondern einen Kickradius. Die Zahl der Spieler ist frei wählbar, maximal dürfen elf pro Mannschaft kicken. Für den Fall eines Fouls sind hilfreiche menschliche Hände eingebaut – das Spiel wird gestoppt und es gibt einen Freistoß.

Ein Spiel dauert zwei Halbzeiten à fünf Minuten. Das entspricht 6000 Simulationsschritten. Bei einem Unentschieden wird nach dem Golden-Goal-System verfahren.