"Six Strikes": US-Provider wollen Filesharer strafen - DER SPIEGEL
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"Six Strikes"-System US-Provider wollen Filesharer strafen

Provider als Hilfssherriffs: In den USA soll das sogenannte "Six-Strikes"-Warnsystem den Kampf gegen Copyright-Verletzungen vereinfachen, Internetanbieter sollen Kunden warnen und ihnen unter Umständen auch die Datenübertragung drosseln.
Aktion gegen "Raubkopierer" in Deutschland (2006): US-Provider spielen Hilfssheriff
Aktion gegen "Raubkopierer" in Deutschland (2006): US-Provider spielen Hilfssheriff

Aktion gegen "Raubkopierer" in Deutschland (2006): US-Provider spielen Hilfssheriff

Foto: Z1005 Waltraud Grubitzsch/ dpa
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Zum Jahresende wollen Provider und Medienunternehmen in den Vereinigten Staaten ein neues Warnsystem umsetzen, berichtet "Wired ". Das als "Six Strikes" bekannte Modell war im Juli 2011 vorgestellt worden. Laut Darstellung des verantwortlichen "Center for Copyright Information" steht die Aufklärung der Nutzer im Vordergrund, nicht deren Bestrafung.

Das Modell sieht mehrere Warnstufen  vor. Aktiv werden die Provider auf Hinweis der Rechteinhaber. Wer der Web-Piraterie verdächtigt wird, bekommt zunächst eine Mail, erläutert "Wired", mit der Information, dass der Internetzugang für Copyright-Verletzungen missbraucht worden sein könnte. Beim zweiten Verstoß enthält die E-Mail Erläuterungen zum US-Copyright-System. Anlässlich der dritten und vierten mutmaßlichen Copyright-Verletzung bekommt der Nutzer Pop-up-Nachricht - damit soll sichergestellt werden, dass er die Hinweise mitbekommt.

Langsameres Surfen für Raubkopierer

Ernst wird es ab der fünften oder spätestens sechsten Auffälligkeit: Dann sieht das Modell Maßnahmen wie das Umleiten auf eine spezielle Landing-Page oder ein Drosseln der Surfgeschwindigkeit vor. Drastischere Maßnahmen, wie ein Komplettabschalten des Internets, werden zumindest in der aktuellen Darstellung des Branchenverbands nicht angekündigt. Nach jetzigem Stand sollen zwischen den einzelnen Stufen immer mindestens sieben Tage liegen. Fühlt sich ein Nutzer zu unrecht beschuldigt, soll er den Vorwurf für 35 Dollar Gebühr von einem Schlichter prüfen lassen können.

"Wired" kommentiert, alles in allem sei die Abmachung "nicht so drakonisch, wie es hätte passieren können". Die RIAA, der Verband der US-Musikindustrie, hatte die Verhandlungen für den Plan vor knapp vier Jahren initiiert. Beteiligt sind auf Provider-Seite fünf große US-Anbieter, darunter AT&T und Cablevision.

Ein radikaleres Warnsystem gibt es bereits in Frankreich. Auf Basis des dortigen Three-Strikes-Modells kann Nutzern theoretisch bereits beim dritten Verstoß bis zu einem Monat der Internetzugang gesperrt werden. In Großbritannien stellte die Medienaufsicht Ofcom im Juni einen Three-Strikes-Gesetzesentwurf vor.

mbö