Skype: Hacker kapern Accounts bei Twitter und Facebook - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Tausende Retweets Hacker kapern Skypes Twitter-Konto

Unbekannte haben Online-Konten des Microsoft-Dienstes Skype übernommen. Die Angreifer hatten Zugang zum Blog sowie zu den Konten bei Facebook und Twitter. Eine Microsoft-kritische Nachricht, die sie über Skypes Twitter-Account veröffentlichten, wurde tausendfach retweeted.
Skype-Logo: 2011 wurde der Dienst von Microsoft übernommen
Skype-Logo: 2011 wurde der Dienst von Microsoft übernommen

Skype-Logo: 2011 wurde der Dienst von Microsoft übernommen

Foto: Franz-Peter Tschauner/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Menschen, die dem Facebook-Account von Skype folgen, bekamen am späten Mittwochabend eine ungewöhnliche Nachricht zu lesen: "Benutzt keine Microsoft-E-Mails (hotmail, outlook). Sie beobachten Eure Accounts und verkaufen die Daten an Regierungen. Mehr dazu in Kürze", lautete eine dort veröffentlichte Nachricht. Unterzeichnet war die Mitteilung mit #SEA, dem Kürzel der Hackergruppe Syrian Electronic Army, die dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad nahe steht.

Offensichtlich hatten Unbekannte die Zugangsdaten für den Facebook-Zugang von Skype erbeutet und so ihre Nachricht im Namen des Microsoft-Dienstes verbreitet. Auf gleiche Weise haben sie Medienberichten zufolge auch das Twitter-Konto von Skype sowie das Skype-Blog übernommen. Wie die Täter an die Zugangsdaten gekommen sind, ist unklar.

Die von den Unbekannten auf den verschiedenen Plattformen im Namen von Skype veröffentlichten Mitteilungen hatten ähnliche Inhalte. So hieß es in einem Skype-Tweet: "Hört auf, die Leute auszuspionieren!" Die Titelzeile des Skype-Blogs lautete zeitweilig: "Von der Syrian Electronic Army gehackt. Hört auf zu spionieren."

Mit der Aktion wollen die politisch motivierten Hacker offensichtlich erneut auf Vorwürfe aufmerksam machen, wonach der Skype-Mutterkonzern Microsoft mit USA-Geheimdiensten zusammenarbeitet. Im Juli 2013 hatte der britische "Guardian" einen Bericht veröffentlicht, demzufolge Dokumente aus dem Bestand des Whistleblowers Edward Snowden zeigen, dass das Unternehmenseit Jahren intensiv mit US-Geheimdiensten zusammenarbeitet.

Laut "Guardian" hat die Firma Geheimdiensten ermöglicht, im Rahmen des "Prism"-Überwachungsprogramms sowohl Video- als auch Audio-Unterhaltungen mitzuschneiden. Microsoft sagte dazu, man würde Kundendaten nur im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben auf Anfrage der Regierung herausgeben.

Am Mittwochabend hatte Skype die Situation nach rund zwei Stunden wieder unter Kontrolle. Aufgeschreckt von Hinweisen auf die gekaperten Accounts hatten Mitarbeiter des Unternehmens die Zugangsdaten für die Skype-Konten bei Twitter und Facebook zurückgesetzt. Wer versuchte, das Skype-Blog aufzurufen, wurde auf die Homepage des Dienstes umgeleitet. Die von den Hackern platzierten Nachrichten wurden gelöscht. Bis dahin war der fragliche Tweet einem Screenshot von "The Verge " zufolge allerdings bereits mehr als 8000-mal retweeted worden.

mak