Software-Panne: Daten von Hunderten Kindern im Netz - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Software-Panne Daten von Hunderten Kindern im Netz

Name, Adresse, Telefonnummer und sogar Krankheiten: Durch eine Datenpanne bei der Software SFP standen persönliche Informationen von bis zu 750 Kindern aus Aachen und vier weiteren Kommunen öffentlich zugänglich im Netz. Die Panne fiel durch Zufall einer Mutter auf.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Aachen - Daten von jungen Menschen im Internet brauchen besonderen Schutz. Doch durch ein Sicherheitsleck in einer kommunalen Software standen jetzt ausgerechnet persönliche Informationen von bis zu 750 Kindern öffentlich zugänglich im Netz. Die Eltern hatten die Kinder im vergangenen Jahr zum Beispiel online für Freizeitvergnügen in der Stadt Aachen angemeldet, wie die "Aachener Zeitung" berichtet. Auch vier weitere Kommunen in Hessen, Baden-Württemberg und Bayern sind betroffen. Inzwischen sei das Leck geschlossen, versicherte der Software-Vertreiber.

In Aachen ist derweil eine Diskussion um die Verantwortung für das Leck entbrannt, schreibt die Zeitung. Der Geschäftsführer der Regio.IT GmbH, über die die Stadt Aachen die Ferienspiel-Software SFP eingekauft hatte, übernehme die volle Verantwortung für die Panne. Doch ob die Stadt die Verantwortung für die Daten, die sie erhoben habe, abgeben könne, sei fraglich, heißt es in dem Bericht .

Die Panne fiel durch Zufall einer Mutter in Aachen auf. Nach Angaben des Software-Vertreibers waren etwa Namen, Adressen und Telefonnummern im Netz abrufbar. Bei fünf Kindern seien Krankheiten notiert gewesen, und in einer Kommune hatten die Eltern auch Bankverbindungen angegeben.

Für die Online-Anmeldung hatte die Stadt Aachen das bundesweit gängige Softwareprogramm SFP eingekauft. In anderen Städten sei das Leck nicht aufgefallen, sagte Thomas Wagner für die Interkommunale Informationsverarbeitung Reutlingen-Ulm GmbH (Iiru) als Vertreiber. Betroffen seien neben Aachen die Städte Gießen (Hessen), Rottenburg, Bodelshausen (beide Baden-Württemberg) und Oberasbach in Bayern.

Nach Angaben des Vertreibers wird das Programm von mehr als 320 Kommunen und Landkreisen in unterschiedlichen Versionen genutzt. Die fünf betroffenen Kommunen hätten eine alte Programmversion mit einer Sicherheitslücke in Betrieb gehabt, die bis Ende 2012 ersetzt werden sollte, sagte Wagner. Die Lücke sei aber erst jetzt durch den Hinweis der Mutter aufgefallen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nicht. Es gebe keinen Anfangsverdacht für eine Straftat, sagte der Aachener Staatsanwalt Robert Deller.

bos/dpa

Mehr lesen über