Veröffentlichung von Interna Sony will, dass Twitter Nutzerkonto sperrt
Sony-Pictures-Gebäude: Ärger zwischen Sony und Twitter
Foto: Damian Dovarganes / AP / dpaDer Justiziar von Twitter hat am Montag einen brisanten Brief auf den Tisch bekommen: David Boies, der Anwalt von Sony Pictures, verlangt darin, dass das Netzwerk seine Nutzer davon abhält, weiter Sony-Interna zu veröffentlichen, die seit dem Daten-Hack Ende November im Netz verfügbar sind. Der Originalwortlaut des Briefes ist über die Textplattform Scribd einzusehen .
"Sony Pictures ist nicht damit einverstanden, dass Twitter oder Twitter-Account-Besitzer gestohlene Informationen besitzen, besprechen, hochladen, kopieren, streuen oder anderweitig verwenden", schreibt Boies und zitiert eine Reihe von US-Gesetzen. Sony verlangt konkret, dass Twitter einen Nutzer mit dem Namen @BikiniRobotArmy von seinem Dienst ausschließt. Der Account gehört dem Musiker Val Broeksmit , der seit gut einer Woche Screenshots von geheimen Sony-E-Mails postet. Zudem soll Twitter alle Nachrichten löschen, die in Broeksmits Account gespeichert sind.
Im letzten Teil des Briefes wird Sony noch deutlicher: Falls Twitter nicht die geforderten Schritte geht, droht der Filmgigant damit, zu klagen und Schadensersatz zu fordern. Twitter hat sich zu den Drohungen bisher nicht geäußert. Die AGB des Dienstes erlauben es den Nutzern eigentlich nicht, persönliche Daten anderer Personen und geheime Informationen zu veröffentlichen. Etwas entspannter ist dagegen Twitters Umgang mit Links, die zu diesen Informationen führen können.
Broeksmit selbst fühlt sich unschuldig: "Ich dachte nicht, dass das geheime Informationen sind, da sie ja überall im Internet zu bekommen sind", sagte er "Re/code" . Er sei noch unentschlossen, ob er die Veröffentlichung stoppen will. Sollte Sony Klage gegen den Musiker erheben, kann dieser von Twitters Rechtsabteilung aber keine Hilfe erwarten - das hat sie ihm laut "Motherboard" schon mitgeteilt.
Derweil reißt das Interesse an dem Film, mit dem der Hackerangriff möglicherweise zu tun hat, nicht ab: "Lasst uns 'The Interview' zeigen", fordert ein Zusammenschluss amerikanischer Arthouse-Kinos in einem offenen Brief an Sony Pictures. Sogar eine digitale Unterschriftensammlung auf der Petitionsplattform Change.org haben die 250 unabhängigen Lichtspielhäuser angestoßen. Obwohl sie sich nur an andere Kinobetreiber richtet, sind die 500 benötigten Unterschriften fast beisammen.