Spielemesse: Gamer pilgern nach Leipzig - DER SPIEGEL
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Spielemesse Gamer pilgern nach Leipzig

Die Veranstalter verkünden schon jetzt Rekordzahlen, die Fans werden langsam nervös: Kommende Woche beginnt in Leipzig die Games Convention, Europas größte Messe für Computer- und Videospiele. Die Industrie will dort auch an ihrem Image arbeiten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

In den Kalendern der Computerspielefans ist der Donnerstag kommender Woche dick angestrichen: Am 18. August beginnt in Leipzig die Games Convention (GC), laut Veranstalter "Europas Leitmesse für interaktive Unterhaltung, Info- und Edutainment". Schon am Tag zuvor werden die großen Hersteller Fachbesuchern ihre neuen Produkte und Zukunftsstrategien präsentieren.

Die Zahlen, die die Leipziger Messe vorlegt, sind in der Tat beeindruckend: 270 Aussteller, darunter alle führenden Unternehmen der Branche, kommen nach Leipzig und haben so große Stände geordert, dass die Gesamtausstellungsfläche um 46 Prozent auf 80.000 Quadratmeter aufgestockt werden musste.

"Wir gehen davon aus, dass die GC 2005 noch erfolgreicher sein wird, und dass mehr Besucher nach Leipzig kommen werden als im vergangenen Jahr", sagt Josef Rahmen, Geschäftsführer der Leipziger Messe. Ein Grund für den Optimismus des Messemanagers sind die Zahlen des Kartenvorverkaufs: Mitte Juli waren schon vier mal so viele Tickets abgesetzt wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im vergangenen Jahr strömten 105.000 Besucher aus ganz Europa auf das Messegelände, um die Produktneuheiten der Aussteller auszuprobieren.

Medienkompetenz-Training statt Gewaltdebatte

Neben der Vorstellung der neuesten Spiele für PC, Konsolen und den Geräten für das sogenannte Mobile Gaming hat sich die Leipziger Messe auch die Entwicklung von Medienkompetenz auf die Fahnen geschrieben. Der Ausstellungsbereich "GC family" versteht sich dabei als Forum für Medienkompetenz in der Familie, für Lern-/Schulsoftware und kindgerechte Medien. Für die Präsentationen gibt es eine Show-Bühne, auf der deutlich mehr Veranstaltungen und Mitmachaktionen als in den vergangenen Jahren stattfinden. Dazu gehören Interviews mit Branchenvertretern und Spieleentwicklern, Experten-Talks und Vorstellungsrunden der teilnehmenden Institutionen und Aussteller.

"Unser Hauptanliegen ist die Vermittlung von Medienkompetenz mit Spaß und Unterhaltung. Wissensvermittlung muss nicht langweilig sein. GC family beweist, dass es mit spannenden Events und Aktionen besser funktioniert", sagt Angela Schierholz, Projektleiterin der GC. Das Forum richtet sich speziell an Pädagogen, Eltern und ihren Nachwuchs.

Bereits zwei Tage vor dem Start der GC treffen sich Spieleentwickler auf der GC Developer Conference (GCDC). Erstmals werden dabei die Spitzenvertreter der britischen und französischen Entwicklerverbände The Independent Games Developers Trade Association (TIGA) und APOM erwartet. Als Bindeglied zwischen Entwicklern und Spieleverlagen sind TIGA und APOM nach Messeangaben zentrale Standbeine im europäischen Game Development. Im Rahmen eines Workshops werden die Vertreter beider Institutionen mit dem deutschen Entwicklerverband G.A.M.E. an einem gemeinsamen Diskussionsforum teilnehmen und aktuelle Entwicklerfragen diskutieren. Damit bietet die GCDC erstmals ein Forum für übergreifende europäische Themen des Entwicklermarktes.

Der Markt hat sich erholt

"Wir sind mit der GC in eine Marktlücke gestoßen und profitieren jetzt von den überaus erfreulichen Wachstumszahlen in der Unterhaltungssoftwarebranche", ist sich Messemanager Rahmen sicher.

Nach aktuellen Angaben des Verbandes Unterhaltungssoftware Deutschland (VUD) wuchs der Markt 2004 um 15 Prozent. In Deutschland wurde im vergangenen Jahr jeder siebte Euro des sogenannten Medienbudgets - das sind die Ausgaben der Verbraucher für Musik, Film, Kino, Video, Buch, Computer- und Videospiele - für Computerspiele ausgegeben. Dies sei nach einer rückläufigen Entwicklung in den Jahren 2002 und 2003 ein Zuwachs von 2,9 Prozent, erklärte der VUD.

Von Jörg Aberger, AP

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