Städte im Netz: Bildschirm statt Behördengang - DER SPIEGEL
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Städte im Netz Bildschirm statt Behördengang

Das Internet kann den Weg zu Behörden und Ämtern nach Expertenmeinung schneller als erwartet überflüssig machen. Ein persönliches Gespräch mit dem Sachbearbeiter sollen die neuen Technologien aber nicht ersetzen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nürnberg - "Beim Einstieg der Städte ins Netz 1995 hat man sicher nicht gedacht, dass heute schon über virtuelle Transaktionen gesprochen wird", sagte die Leiterin des Internet-Büros der Stadt Nürnberg, Lisa Treiber-Zimmer. In Nürnberg treffen sich an diesem Wochenende Kommunal-Experten zu einer Medienfachtagung zum Thema "Die Stadt im Internet".

Schon in wenigen Jahren könnten Bürger in fast allen deutschen Großstädten Formulare übers Netz anfordern und am Bildschirm samt digitaler Signatur ausfüllen, erwartet die Expertin. Das sei zum Beispiel bei der Wohnungs- oder Auto-Anmeldung möglich.

"Kleinstädte werden erst später nachziehen, wenn die nötigen technischen Ausstattungen vorhanden sind." Vorreiter in Deutschland sei Mannheim, wo bereits heute viele Formulare elektronisch abgeschickt werden könnten.

Das Problem der Datensicherheit lässt sich nach Ansicht der Expertin mit der digitalen Signatur schon bald lösen. Auf vorhandenen Bankkarten oder Firmen-Ausweisen könne die Unterschrift des Benutzers abgespeichert werden. "Die Karte muss nur noch in ein Lesegerät am heimischen Computer eingeführt werden", erklärte Treiber-Zimmer.

Doch der traditionelle Behördengang mit der Unterschrift per Hand im Büro des Sachbearbeiters werde auch in Zukunft nicht aussterben, versichert die Internet-Spezialistin. "Gerade für ältere Menschen oder Leute ohne die entsprechende technische Ausstattung bleibt das wichtig."

Die Städte sähen sich ganz bewusst in der Verantwortung, den persönlichen Kontakt zu den Bürgern aufrecht zu erhalten. "Ein persönliches Gespräch ist durch die neue Technik nicht ersetzbar."