Personalausweis, Games Week, Hannover Messe - das und mehr im Newsletter - DER SPIEGEL
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Foto: SPIEGEL ONLINE
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in dieser Woche wird es wieder einmal eng für den Datenschutz. Über insgesamt fünf Gesetzesänderungen soll am Donnerstag entschieden werden, Datenschützer Peter Schaar schreibt deshalb von einer "Schicksalswoche für den Datenschutz ". Unter anderem geht es um Fluggastdaten, Polizeibefugnisse, elektronische Fußfesseln - und um unsere Personalausweise.

Die gibt es ja seit 2010 im Scheckkartenformat und mit Onlinefunktion: Der Chip im Ausweis soll es Bürgern ermöglichen, sich auch im Internet mit dem Perso auszuweisen, zum Beispiel bei einem virtuellen Behördengang. Dafür braucht man ein Lesegerät für zuhause und muss die entsprechende Funktion aktivieren lassen. Bislang wollten aber nur wenige Deutsche davon etwas wissen.

Muster-Personalausweis in Lesegerät (Archivbild)

Muster-Personalausweis in Lesegerät (Archivbild)

Foto: Jens Büttner/ Jens Büdpa

Von den 51 Millionen Bürgern, die sich den neuen Ausweis haben ausstellen lassen, haben sich Zweidrittel dagegen entschieden, die sogenannte eID-Funktion blieb bei ihnen deaktiviert. Nun will der Innenminister die Funktion etwas, sagen wir, populärer machen: Der neue Gesetzentwurf (PDF ) sieht vor, dass die eID-Funktion "bei jedem Ausweis automatisch und dauerhaft eingeschaltet" wird.

Von dem neuen Gesetz könnten auch unter anderem die Geheimdienste profitieren: Ab 2021 sollen alle Dienste automatisiert auf Daten zugreifen können, vorgesehen ist etwa die "Möglichkeit eines erleichterten automatisierten Lichtbildabrufs für Nachrichtendienste und Polizeibehörden".

Am Montag wurde im Bundestag über das geplante Gesetz debattiert. Mitte der Woche soll es beschlossen werden.

Games Week: Ab nach Berlin, spielen!

Kunstspiel "Everything"

Kunstspiel "Everything"

Foto: Double Fine/ OReilly

Wer sich für Videospiele interessiert, für den ist diese Woche Berlin das Ziel. Von heute bis Sonntag läuft dort die Games Week . Auf einer Konferenz etwa diskutieren Entwickler Themen wie "Cheaten - so alt wie das Gaming selbst". Und beim Computerspielpreis am Mittwochabend hoffen Studios wie Mimimi Productions und Crytek auf Auszeichnungen und Anteile am Rekordpreisgeld von 550.000 Euro.

Fans ungewöhnlicher Spieleideen empfehlen wir einen Besuch beim Festival A MAZE, das von Mittwoch bis Samstag auf dem Urban-Spree-Gelände nahe der Bahnstation Warschauer Straße stattfindet. Mit einem Ausstellungsticket, das je nach Tag fünf bis zehn Euro kostet , lassen sich dort innovative und teils experimentelle Spiele unabhängiger Entwickler ausprobieren. Ausgestellt wird etwa "Everything", ein Spiel, das so bemerkenswert seltsam ist, dass wir kürzlich keine Wahl hatten, als unseren Games-Tester Carsten Görig darauf anzusetzen.

Elon Musk und arbeitslose Roboter

In Vancouver startet heute die Konferenz TED2017 . Auch diesmal ist die Sprecherliste bemerkenswert: Neben Branchenstars wie Elon Musk sind Neurowissenschaftler, Psychologen und Künstler zu sehen. Hörens- und sehenswert werden mit Sicherheit auch die Auftritte der für ihre irren Videos bekannten Popgruppe OK Go, der Podcasterin Manoush Zomorodi sowie von Bollywoodstar Shah Rukh Khan sein.

Außerdem hat die Hannover-Messe begonnen, eine Industrie-Messe eigentlich, aber das ist ja längst auch ein Netzweltthema. So geht es dort um die vielbesprochene Industrie 4.0, um vernetzte und lernende Maschinen und um die Frage, ob Roboter uns die Arbeit wegnehmen.

Ich habe es übrigens jetzt umgekehrt gemacht und einem Roboter die Arbeit weggenommen: Wenn Sie bislang den freitags automatisch verschickten Newsletter "Games und Gadgets" abonniert hatten, bekommen sie ab jetzt zum Wochenstart immer diesen - mit Liebe persönlich geschrieben von einem Redakteur. Herzlich willkommen beim Startmenü!


Seltsame Digitalwelt: Zwei E-Mails und immer noch kein Service

Letzte Woche habe ich mich per E-Mail an den Kundenservice eines Internet-Providers gewandt. Prompt bekam ich Antwort, wenn auch eine automatische. "Ihr Anliegen ist bei uns in den besten Händen", hieß es da, aber man bitte um mein Verständnis: Weil es momentan viele Anfragen gebe, könne es "mehrere Tage dauern", bis ich eine Antwort erhielte. Na gut.

Tatsächlich kam erst Tage später eine Mail - allerdings schon wieder eine automatische: Ich hätte mich doch kürzlich an den Kundenservice gewandt, wie ich denn mit dessen Arbeit zufrieden sei?

Das wollt Ihr lieber nicht hören, Freunde. Automatische E-Mails können manchmal ein Segen sein, doch oft ist Vorsicht geboten; etwa, wenn man seine Kunden gerade erst vertröstet hat. Natürlich könnte ich mir " 3 Minuten Zeit für ein Feedback zu Ihrer Erfahrung mit dem Kundenservice" nehmen, aber ich bin nicht in Stimmung für konstruktive Kritik. Zumal es sich bei meinem "Anliegen" ohnehin um die Vertragskündigung handelt.

Haben Sie auch Erfahrung mit automatischem E-Mails, die schlicht unpassend waren? Erzählen Sie es mir: judith.horchert@spiegel.de 

App der Woche: WDR 360 VR
getestet von Sebastian Meineck

Foto: Westdeutscher Rundfunk

Wer den Kölner Dom einmal ohne Touristen bestaunen will, kann das jetzt am Smartphone tun. Der WDR hat Teile des Doms mit hochauflösenden 360-Grad-Kameras aufgenommen. In einer Virtual Reality-Tour können Nutzer den Blick übers Deckengewölbe schweifen lassen, die Kapellen erkunden, dem Organisten beim Spielen zusehen oder dem Ave Maria des Kirchenchors lauschen.

Eine Computersimulation lässt den Nutzer durch die Zeit reisen und zeigt den Domplatz in verschiedenen Epochen: Mal während der Bauarbeiten im Mittelalter, mal in den Trümmern nach dem Zweiten Weltkrieg - mal zu Zeiten der Römer, lange bevor der Grundstein für den gewaltigen Bau gelegt wurde. Die App funktioniert auch ohne VR-Brille.

Gratis von Westdeutscher Rundfunk, ohne In-App-Käufe: iOS , Android , Steam , Oculus 

Fremdlink: Drei Tipps aus anderen Medien

  • "Meet FlexiSpy"  (Englisch, zehn Leseminuten)
    Das Onlinemagazin "Motherboard" berichtet in der bemerkenswerten Serie "When Spies Come Home"  von Späh-Software, mit der Privatpersonen ihre Liebsten ausspionieren - und was man dagegen tun kann. In der jüngsten Folge  geht es um die Firma FlexiSpy und ihre Verstrickungen mit der deutsch-britischen Firma Gamma.
  • "Wie der Newsfeed-Chef mit vier Folien den Facebook-Algorithmus erklärt " (fünf Leseminuten)
    Wie der Facebook-Algorithmus genau funktioniert, gilt als streng gehütetes Geheimnis. Auf Facebooks Entwicklerkonferenz F8 hat ein Mitarbeiter etwas mehr verraten - und den Newsfeed mit einer Bestellung im Restaurant verglichen. Was das bedeutet, erklärt Journalist Andreas Rickmann auf seinem Blog.
  • "Uber's CEO Plays With Fire " (Englisch, zehn Leseminuten)
    Apple hat Uber beim verbotenen Spionieren erwischt - die App des Fahrdienstleisters hatte per "Fingerprinting" iPhone-Daten gesammelt. Lesen Sie die ganze Geschichte mit vielen spannenden Details über Uber-Chef Travis Kalanick bei den Kollegen der "New York Times ".

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche und hoffentlich ein schönes langes Wochenende - am kommenden Montag ist nämlich der 1. Mai. Deshalb kommt die nächste Ausgabe unseres Startmenüs erst am Dienstag, 2. Mai.

Schöne Grüße,

Judith Horchert