Steve Ballmer "So oder so - Wir machen weiter"
Redmond - "So oder so: Wir machen weiter", sagte Steve Ballmer, Präsident und CEO von Microsoft, am Mittwoch vor Vertretern norwegischer Computerunternehmen in Oslo. Die mögliche Zerschlagung des Softwarekonzerns sei "eine furchtbare Sache für die Verbraucher und für die Industrie", erklärte Ballmer laut einem Bericht des Online-Dienstes MSNBC. Das eigentliche Thema sei für ihn der Schaden, den eine Zerschlagung mit Blick auf weitere Innovationen bedeute, führte er weiter aus.
Die von MSNBC befragten Experten gingen mehrheitlich davon aus, dass es in der Berufungsinstanz nicht zu einem verkürzten (fast-track), sondern zu einem vollständigen Verfahren kommen wird. Das könne zwei Jahre und länger dauern. Ohnehin handele es sich nach Ansicht der Experten um einen Fall für den Obersten Gerichtshof, heißt es in dem Bericht.
Mit echten Konsequenzen für Microsoft wird also wahrscheinlich erst in einigen Jahren zu rechnen sein. Ob das allerdings ein weiteres Kurskarussell an den Börsen wird verhindern können, bleibt abzuwarten. Nach den letzten, für Microsoft als ungünstig bewerteten Entwicklungen im Verlauf des Prozesses war es zu massiven Kursstürzen der Microsoft-Aktie gekommen, die zeitweilig die Werte der meisten anderen Hightech-Unternehmen mit in den Keller riss.
Entsprechend bedeckt hielten sich Vertreter der deutschen Soft- und Hardwareindustrie, die zum Verlauf des Microsoft-Prozesses und zu den möglichen Konsequenzen des anstehenden Urteils keine Stellungnahme abgeben wollten. Ein Brancheninsider, der namentlich nicht zitiert werden wollte, spekulierte, dass ein hartes Urteil gegen den Softwareriesen die ganze Branche nachhaltig verändern könnte. Das beträfe sowohl die Geschäftspraktiken einiger Unternehmen als auch die noch immer laufende Fusions- und Aufkaufwelle. "Größe" könnte künftig als Risikofaktor gesehen werden, ins Kreuzfeuer der Kartellbehörden zu geraten.