Flatrate für bestimmte Angebote Telekom wirbt mit unbegrenztem Streaming
Telekom-Website zu StreamOn
Wenn die Telekom etwas Neues ankündigt, dann unbescheiden. "Mit StreamOn werden wir den deutschen Mobilfunkmarkt revolutionieren", lässt sich an diesem Dienstag Vorstandsmitglied Niek Jan van Damme zitieren. "Wir packen noch mehr Leistung in unsere MagentaMobil-Tarife." Doch was ist StreamOn eigentlich - und hat es womöglich Haken?
Das Ganze ist eine neue, kostenlose Zusatzoption für einige Telekom-Mobilverträge. Unter bestimmten Umständen können Telekom-Kunden damit bei einzelnen Streaming-Angeboten wie Netflix, YouTube, Amazon Video und Apple Music ein unbegrenztes "Highspeed-Datenvolumen" nutzen. Spotify taucht in der Liste der Telekom derzeit nicht auf, steht aber in Verhandlungen mit dem Konzern.
Zu den neuen Partnern zählen auch einige deutsche Medienangebote, etwa Sky, die ZDF Mediathek sowie SPIEGEL TV und das Videoangebot von SPIEGEL ONLINE. Eine genaue Übersicht der Partner finden Sie hier .
Angesichts der Kosten für Datenvolumen in Deutschland mag ein Angebot wie StreamOn attraktiv klingen. Doch wer sich für das Telekom-Angebot interessiert, sollte ein paar wichtige Fakten kennen. Etwa, dass eine StreamOn-Option zwar ab dem 19. April für Kunden bestimmter MagentaMobil-Tarife ohne Mehrkosten zubuchbar ist: namentlich MagentaMobil M, L, L Plus sowie MagentaMobil L Premium und L Plus Premium. Doch nicht alle Kunden bekommen dasselbe Paket.
Gratis-Videostreaming gibt es nicht für alle
MagentaMobil M etwa ist von den klassischen MagentaMobil-Angeboten derzeit das günstigste und bietet 3 GB "Highspeed-Volumen" für einen Monatspreis von rund 36 Euro über 24 Monate (danach 44,95 Euro). Hier bekommt man aber nur StreamOn Music dazu, eine aufs Audio-Streaming beschränkte StreamOn-Option, die beispielsweise bei Apple Music greift, aber nicht bei YouTube.
Wer das komplette StreamOn-Paket will - inklusive Videostreams in angeblich annähernder DVD-Qualität -, muss schon mindestens den Tarif MagentaMobil L buchen, für 44,96 Euro (später: 54,95 Euro) im Monat, mit 6 GB "Highspeed-Volumen". Die Premium-Angebote starten bei zunächst 74,20 Euro pro Monat.
Im Bereich der günstigeren Tarife haben laut der Telekom immerhin die MagentaMobil-Friends-Tarife für junge Leute und die Family-Card-Tarife ebenfalls etwas von den StreamOn-Neuerungen (mehr dazu hier ). Auch MagentaEins-Kunden sollen von StreamOn profitieren können. Die Option muss in allen Tarifen manuell hinzugebucht werden.
Auch StreamOn hat seine Grenzen
Zudem sollte man wissen, unter welchen Umständen das Streaming-Datenvolumen wirklich unbegrenzt ist. Hat man sein Volumen jenseits der Partnerangebote beispielsweise durchs Websurfen und Downloads aufgebraucht - woraufhin man auf maximal 64 kbit/s gedrosselt wird -, kann man auch die Angebote der StreamOn-Partner nur noch gedrosselt nutzen, was meist nicht funktionieren dürfte.
"Wenn Kunden unabhängig von der Option StreamOn das Inklusivvolumen ihres Tarifs aufgebraucht haben, fallen auch die Partnerangebote unter die reduzierte Übertragungsgeschwindigkeit", erklärt die Telekom dazu: "Solange, bis man sich zusätzlich Datenvolumen dazukauft."
Und noch eine Kleinigkeit könnte im Smartphone-Alltag wichtig werden: "Angerechnet werden jedoch das Laden von Covern, Werbung, Spiele und sonstige Inhalte, die nicht zum reinen Audio-und Video-Streaming gehören", merkt die Telekom an. Wer sich also zu lange etwa durchs Netflix- oder durchs Apple-Music-Menü klickt, kann auch damit Datenvolumen verbrauchen.
Während StreamOn manchen Telekom-Kunden neue Möglichkeiten bietet, unterwegs mehr Musik und Videos als bislang zu streamen, gibt es schon jetzt einige, die das Angebot scharf kritisieren. "Goodbye Netzneutralität", twitterte etwa der ARD-Journalist Stephan Ebmeyer.
Von der Bundesnetzagentur hieß es auf Twitter zunächst, man werde das Angebot prüfen:
Wir werden das „StreamOn“ Angebot der Telekom auf
— Bundesnetzagentur (@bnetza) April 4, 2017
Grundlage der Regeln zur #Netzneutralität sorgfältig prüfen.
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Die Telekom - die mit diesen Reaktionen gerechnet haben dürfte - verweist in ihrer Ankündigung darauf, dass sich auch andere als die Startangebote einer StreamOn-Partnerschaft anschließen könnten. "Es gibt keine Einschränkung, jeder Anbieter von legalen Audio- und Video-Inhalten kann unser Partner werden", sagt Michael Hagspihl, der Geschäftsführer Privatkunden bei der Telekom.