Street View: Deutschland späht durch die Pixellöcher - DER SPIEGEL
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Street View: Kuriositäten, Pixelpannen, Zeitsprünge

Street View Deutschland späht durch die Pixellöcher

Willkommen im Kuriositätenkabinett: Seit die Straßenpanoramen von 20 deutschen Städten bei Google zu sehen sind, steigen die Zugriffszahlen. Die Nutzer flanieren durchs digitale Deutschland, entdecken Pixelpannen, merkwürdige Zeitsprünge - und nackte Nachbarn.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Der Start des Online-Straßendienstes Street View hat Google großen Zulauf beschert: Der Kartendienst Google Maps, in den die Panoramabilder integriert sind, verzeichne "signifikant höhere Nutzungszahlen", teilte das Unternehmen mit. Google hofft, mit dem Angebot langfristig mehr Nutzer anzulocken. In anderen Ländern sei die Maps-Nutzung mit dem Street-View-Start um durchschnittlich 20 Prozent gestiegen, sagte ein Sprecher.

Kein Wunder, bei diesen Aussichten.

Während einige Bürger sich über das Fotografieren von Straßen erregen, sind andere über die ungewollte Verpixelung ihrer Häuser wütend. In der Facebook-Gruppe gleichen Namens  sammeln sich jene, deren Vermieter das Haus haben verpixeln lassen, ohne sie zu fragen. O-Ton aus der Selbstbeschreibung der Gruppe: "Das sieht nicht nur furchtbar aus - es lenkt auch Aufmerksamkeit auf diese Häuser - negative Aufmerksamkeit - die so nicht sein muss." Wie man sich dagegen wehren kann? Erste Ideen der Verpixelungs-Gegner: "Aufklärungskampagne in Richtung unserer Vermieter", "Sammelklage für Mietminderung" oder Beschwerden bei Google (gegen die Verpixelung!).

Wer von diesem Zirkus und den immer gleichen Häkelgardinen und Carports der Vor- und dem Grau der Innenstädte deutscher Möchtegernmetropolen genug hat, kann bei Jon Rafman  vorbei schauen. Der Künstler sammelt Screenshots von Street-View-Szenen aus der ganzen - digitalisieren - Welt. Da sieht man verpixelte Elefanten , einsame Nashörner , Razzien am Straßenrand  und Menschen, die Stoppschilder  durch die Gegend tragen.

dpa

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