Streetview-Phänomen Der Mann, bei dem es dreimal klickte
Google-Streetview-Kameras: Haben Bill Baldry gleich dreimal erwischt
Foto: Sean Gallup/ Getty ImagesBill Baldry führt eigentlich ein beschauliches Leben. Gut hundert Kilometer nordöstlich von London lebt der Pensionär im beschaulichen Stowmarket. Rund 19.000 Einwohner zählt das ländliche Örtchen. Doch einer von ihnen, eben der 63-jährige Baldry, kommt jetzt unverhofft zu Ruhm. Dreimal nämlich ist er in Googles Foto-Straßenkarte Streetview zu sehen, an drei verschiedenen Orten. Möglicherweise ist das ein Rekord - glaubt zumindest er selbst.
Besonders aktiv musste der ehemalige Wetteransager nicht werden, um gleich mehrfach vor die Linse des Google-Cars zu gelangen. Er sei damals, im Frühjahr 2009, einfach dabei gewesen, Clubhefte des örtlichen Gartenvereins zu verteilen, erzählte er dem "Telegraph" . Dabei sei ihm "dieses komisch aussehenden Auto" durchaus aufgefallen. Damals habe er allerdings noch nicht gewusst, was es mit den kamerabewehrten Fahrzeugen auf sich habe, kannte Googles Streetview noch gar nicht.
So wanderte er also gemächlich auf seiner gewohnten Route durch die Straßen von Stowmarket, stopfte seine Gartenpostillen in die Briefkästen und bemerkte gar nicht, dass jenes merkwürdige Auto dreimal an ihm vorbeifuhr.
Dass er den automatischen Google-Kameras gleich dreifach vor die Linse lief, stellte er erst jetzt erstaunt fest, als er neugierig per Streetview die Straßen seines Wohnorts durchstöberte. Aus der Zeitung hatte er erfahren, dass Google seinen Streetview-Dienst nun auch in Großbritannien anbietet. Rund 95 Prozent der Straßen des Inselkönigreiches sollen mittlerweile von Googles Kamera-Autos erfasst worden sein.
In Deutschland steht Streetview erst vor der Einführung. Bedenken von Datenschützer gegen die Kamera-Kartierung haben den Konzern immer wieder in Scharmützel mit den Datenschutzbehörden verwickelt. Mittlerweile bietet der Konzern ein System an, das Betroffenen die Möglichkeit gibt, on- oder offline gegen eine Aufnahme in den Streetview-Atlas Einspruch einzulegen .
Im Grunde besteht diese Möglichkeit auch für Bill Baldry. Dass er davon Gebrauch machen wird, ist allerdings unwahrscheinlich.