Studie: Echt falsche Computertechnik - DER SPIEGEL
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Studie Echt falsche Computertechnik

Wer Digitaltechnik günstig kauft, hat beste Chancen, auf ein Produkt-Plagiat herein zu fallen. Bei Software ist das bekannt - doch es gilt auch für PCs, Laptops, Drucker und selbst Einzelteile wie Chips.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Jedes zehnte Computerprodukt weltweit ist gefälscht: Das geht aus einer am Montag in Berlin veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung KPMG und der Alliance for Gray Market and Counterfeit Abatement (AGMA) hervor, die auf Interviews mit Führungskräften der IT- und Elektronikindustrie basiert.

Produktpiraten bescherten der Branche weltweit 100 Milliarden Dollar (rund 83 Milliarden Euro) Umsatzverlust im Jahr, heißt es darin weiter. Verbraucher sollten demnach skeptisch werden, wenn sie etwa im Internet sehr günstige Angebote für PCs, Laptops oder Druckerzubehör finden. Die hohe Zahl der Fälschungen habe zur Folge, dass die Investitionen in Forschung und Entwicklung in den betroffenen Unternehmen zurückgingen, heißt es in der Studie. Das sei eine gerade für die Technologiebranche gefährliche Entwicklung. "Der Umsatz- und Gewinnausfall bedroht die Zukunft der gesamten Branche", betonen die Autoren.

Viele der befragten Entscheider glauben, dass Produktion und Vertrieb gefälschter Produkte auch auf das organisierte Verbrechen zurückzuführen sind. "Das ist ein deutliches Anzeichen dafür, dass diese Form von Etikettenschwindel kein Kavaliersdelikt, sondern ein höchst profitables illegales Geschäft ist", so Christoph Kampmeyer von KPMG.

Anders als beispielsweise bei Textilien und anderen Markenwaren (beliebt: die "fast echte" Rolex) seien Markenwaren im PC-Bereich nicht unbedingt sofort anhand ihres Preises erkenntlich: Würde beim Verkauf über das Web ein günstiges Produkt für beispielsweise 2500 Euro angeboten (mit deutlichem Preisnachlass gegenüber dem Originalprodukt), so gingen die Verbraucher nicht automatisch davon aus, es mit einer Fälschung zu tun zu haben. "Die Sensibilität für die Fälschung technologisch hochwertiger Produkte ist bei den Konsumenten kaum vorhanden", so Kampmeyer. "Nicht nur die Hersteller haben Nachholbedarf, Warnzeichen zu deuten, auch die Konsumenten müssen geschult werden."