"Stupid Invaders" Invasion der interstellaren Idioten
Es gibt kein intelligentes Leben im All. Der deutlichste Beweis für diese These sind fünf vollkommen bescheuerte Außerirdische, die in Ubisofts "Stupid Invaders" wegen einer Raumschiffpanne den Rücksturz zur Erde antreten müssen. Bei der folgenden Reparatur ihres Vehikels stehen die saudummen Kreaturen sich nicht nur selbst im Weg.
Zu allem Übel klebt ihnen der Extraterrestenforscher Dr. Sakarine an den Tentakeln. Er möchte die Sternenbande nämlich als "Alien auf Eis" in seine Raritätensammlung aufnehmen. An dieser Stelle greift die rettende Hand des Spielers ein, der die erbarmungswürdigen Gestalten durch über 120 Schauplätze aus ihrem Dilemma bugsieren soll. Das Prinzip folgt dem bewährten, aber in letzter Zeit von der Softwarebranche recht stiefmütterlich behandelten Adventure-Schema.
Per Maus steuert man eine Figur durch unterschiedliche Lokalitäten, sammelt Gegenstände und versucht mit deren Hilfe mehr oder minder logische Rätsel zu lösen.
Der Trend des dahinsiechenden Genres geht zunehmend in Richtung 3D, wie etwa an dem Lucas-Arts-Titel "Monkey Island IV" zu sehen ist. Sehr zum Leidwesen der Fangemeinde. "Stupid Invaders" gibt sich hingegen ganz traditionsbewusst. Zwar entstanden sämtliche 50 Charaktere in 3D-Programmen, jedoch bleibt die Darstellungsweise althergebracht.
Fertige Einzelbilder fügt der Rechner zu einem flüssigen Bewegungsablauf zusammen. Eine Berechnung von 3D-Modellen in Echtzeit mit Lichteffekten oder ähnlichem findet nicht statt. So kommt dann auch ganz schnell das Fealing alter Adventures wie "Orion Burger", "Sam & Max", "Day of the Tentacle" oder "The Dig" auf.
Back to the roots: Es darf gelacht werden
Zumal der Titel noch eine andere Tugend wiederzubeleben versucht, den Humor. Allerdings trifft hier "Stupid Invaders" nicht wirklich den Tonfall der Genregrößen. In den oben genannten Titeln stand zumeist der Sprachwitz im Vordergrund, manchmal subtil, manchmal brachial und manchmal tränentreibend bescheuert. Aber immer resultierte der Spaß des Ganzen aus den Dialogen.
Die rücken bei "Stupid Invaders" eher in den Hintergrund. Selbst wenn die hirnlosen Allbewohner extrem witzige Synchronsprecher gefunden haben, setzt der Titel tendenziell auf visuelle Gags. In der Demoversion (100 MB) darf man etwa Fäkalienstatuen bewundern, die gegen Diebstahl durch schwere Maschinengewehre gesichert sind. Explodierende Küken und sanitäre Einrichtungen wären weitere Beispiele für skurrilen Humor und den schrägen Gesamteindruck.
Für PC-Besitzer ist 2001 das Jahr, in dem wir mit den schrägen All-Bewohnern Kontakt aufnehmen. "Demnächst" will Ubisoft das gerade erschienene Spektakel auch auf die Dreamcast-Konsole portieren. Ein erstes Beschnuppern findet nach Wunsch unter www.stupidinvaders.com statt.