Suchmaschine für Mega: Tausende Raubkopien - DER SPIEGEL
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Copyright-Verletzungen Suchmaschine zeigt Mega-Raubkopien

Zeitgleich mit dem Start von Kim Dotcoms Online-Speicherdienst Mega wurde auch eine darauf abgestimmte Suchmaschine registriert. Sie offenbart, wie viele urheberrechtlich geschützte Dateien schon jetzt auf dem neuen Portal landen.
Mega-Suchmaschine: Raubkopien bis zum Abwinken
Mega-Suchmaschine: Raubkopien bis zum Abwinken

Mega-Suchmaschine: Raubkopien bis zum Abwinken

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nach einem holprigem Start erfreut sich Kim Dotcoms neuer Online-Speicherdienst Mega offenbar großer Beliebtheit. Bedenken wegen angeblicher Mängel in dessen Verschlüsselungstechnik können dem Interesse keinen Abbruch tun. Wie zu befürchten war, wird das Portal nicht nur dazu genutzt, private Fotosammlungen und Urlaubsfilme hochzuladen. Stattdessen findet man dort mittlerweile auch urheberrechtlich geschützte Kinofilme, TV-Serien, Musiktitel und Computerprogramme in großer Zahl.

Allerdings bietet der Filehoster selbst keine Suchfunktion an, mit der man sich durch das Angebot navigieren könnte. Eine Einschränkung, mit der sich auch andere Datendienstleister wie Rapidshare oder Uploaded absichern. Diese Lücke will jetzt die Suchmaschine Mega-Search.me schließen.

Anlässlich dieser erwartbaren Entwicklung erinnert Ars Technica  an Kim Dotcoms Aussage, Mega sei in der Geschichte von Tech-Start-ups die von Anwälten am gründlichsten überprüfte Neugründung. Die Autoren der Nachrichtenseite bemerken zu Recht, dass es Rechteinhabern gar nicht gefallen werde, was ein Blick auf die Suchergebnisse der neuen Webseite zu Tage bringt.

In einer fortlaufend aktualisierten Liste sind dort offensichtlich raubkopierte Filme, Musiktitel und Programme zu sehen. Die fünfsprachig aufgebaute Webseite basiert dabei darauf, dass diejenigen, die eine solche Datei bei Mega hochladen, selbst einen Link und Informationen dazu auf der Seite eintragen. Angesichts des Angebots mutet der ebenfalls auf der Suchseite eingebundene Link zu Megas Meldeseite für Urheberrechtsverletzungen geradezu sarkastisch an.

Kim Dotcom verkündete unterdessen via Twitter, bei Mega würden inzwischen schon 50 Millionen Dateien gehostet. Nur 0.001% davon seien auf Beschwerde  von Rechteinhabern wieder entfernt worden. Und er fügte an, bei Google gebe es täglich 450.000 Löschanfragen , bei Mega hingegen nur 50.

Wer hinter der Mega-Suchmaschine steckt, ist bislang unbekannt. Eine Whois-Abfrage ergibt, dass die Registrierung am 20. Januar erfolgte, also dem Tag des Mega-Starts. Admin und Registrant sitzen im amerikanischen Denver, die Facebook-Seite des Angebots wurde in französischer Sprache verfasst. Eine Anfrage von Ars Technica ließen die Webseitenbetreiber unbeantwortet.

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