Suchmaschinen: Microsoft will Live Search reparieren - DER SPIEGEL
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Suchmaschinen Microsoft will Live Search reparieren

Welcher Markenname steht synonym für Suche im Internet? Richtig, es ist ein Wort mit "G". Und was fällt einem vielleicht als zweites ein? Vermutlich ein Wort mit "Y". Aber ganz sicher keins mit "L". Bei Microsoft grübelt man derzeit intensiv darüber, wie man das ändern könnte.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Kevin Johnson, bei Microsoft Chef der "Platforms and Sevices"-Abteilung, sprach bei einer Konferenz in Seattle Klartext. Man arbeite daran, das Image der Microsoft-Suche, die "Live Search" heißt, zu "reparieren" ("fix it"). Als ein Moderator ihn fragte, ob er mit "reparieren" eigentlich "ändern" meinte, antwortete Johnson: "Reparieren heißt reparieren. Wenn das verändern heißt, werden wir uns verändern."

Hintergrund für Microsofts ungewöhnliches Eingeständnis ist die seit Jahren äußerst unausgewogene Verteilung des Suchmarktes - Microsoft belegt dort stets weit abgeschlagen den dritten Platz. Und das auch nur, weil das Unternehmen zumindest in den USA, wo auch die Marke MSN online Gewicht besitzt, punkten kann. Im Rest der Welt liegt Live Search unterhalb der Relevanzgrenze.

Zahlen des Marktforschungsunternehmens Comscore zufolge fielen Yahoo und Microsoft im April gegenüber Google sogar noch weiter zurück. In den USA wuchs Googles Marktanteil bei den Suchanfragen auf 61,6 Prozent, ein leichter Zuwachs um 0,8 Prozent gegenüber dem März. Yahoos Anteil beträgt demnach 20,4 Prozent, Microsofts 9,1 Prozent, wie die "New York Times" berichtete.

Mit der versuchten Übernahme von Yahoo wollte Microsofts Chefetage diesem Such-Problem beikommen - doch die ist bekanntlich gescheitert. Microsoft will deshalb nun - und nicht zum ersten Mal - die eigene Suche attraktiver machen. Der erste Ansatz dazu wurde vor kurzem erst präsentiert - eine Art Rabattcouponsystem für Live Search. Folgt ein Internet-Einkäufer einem Link auf der Suchseite, soll er künftig einen Anteil an den Werbeeinnahmen, die Microsoft erhält, wenn es erfolgreich Käufer vermittelt.

Microsoft zahle das Geld sofort beim Einkauf als Rabatt zurück, wurde mitgeteilt - bislang allerdings nur in den USA.

Analysten jedenfalls raten Microsoft schon seit längerem, die im ohnehin immer ziemlich lebendigen Netz relativ sinnlose "Live"-Marke lieber einzustampfen und lieber zur eingeführten "MSN Search" zurückzukehren - oder die eigene Suche schlicht "Microsoft Search" zu nennen.

cis/AP/AFP

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