.sucks: Neue Domain-Endung in der Kritik - DER SPIEGEL
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Domainvergabe Neue Endung .sucks in der Kritik

Ab Ende März können Unternehmen Domains mit der Endung .sucks für sich beanspruchen, später kommen Privatpersonen zum Zug. Kritiker werfen der Registrierungsstelle vor, mit der Angst vor Beleidigungen Geschäfte zu machen.
Domain-Endung .sucks: Registrierungen ab Ende März möglich
Domain-Endung .sucks: Registrierungen ab Ende März möglich

Domain-Endung .sucks: Registrierungen ab Ende März möglich

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Unangenehme Foren- und Gästebucheinträge, Facebook-Posts auf Firmenseiten, Kritik auf Bewertungsportalen - im Internet gibt es viele Möglichkeiten, seinem Ärger Luft zu machen. In den nächsten Wochen kommt noch eine weitere hinzu: die .sucks-Domain.

"This sucks" heißt so viel wie "Das ist scheiße". Wird also .sucks an den Namen einer Marke, eines Produkts oder einer Person gehängt, ergibt sich eine Beleidigung. Manche Kritiker glauben daher, wer eine Website mit dieser Top-Level-Domain-Endung erwirbt, wolle womöglich nur andere ärgern oder gar erpressen.

Das kanadische Unternehmen Momentous , das die Genehmigung der Top Level Domain beantragt hat, sieht das natürlich anders. Auf der Webseite nic.sucks  erklärt die für die Registrierung der .sucks-Domains zuständige Tochterfirma Vox Populi die Idee: "Durch den Aufbau eines leicht zu findenden, immer geöffneten 'Marktplatzes' soll .sucks Verbrauchern eine Stimme geben und es Unternehmen ermöglichen, den Wert in der Kritik zu sehen. Jede .sucks-Domain hat das Potenzial, ein wesentlicher Bestandteil des Kunden-Management-Programms einer Organisation zu werden."

Eine gerechtere Welt als Ziel

Noch blumiger stellt es ein YouTube-Video  dar: In dem kurzen Image-Film lobt der bekannte US-Verbraucherschutzanwalt Ralph Nader das Konzept. Zu schmeichelnden Klaviertönen wird das hehre Ziel einer gerechteren Welt beschworen, die durch .sucks-Domains ein Stück näher rückt. Sogar Zitat-Schnipsel aus einer Rede von Martin Luther King legt Vox Populi hinter die Zeitlupen-Bilder.

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Diese vermeintlich gerechtere und verbraucherfreundlichere Welt hat allerdings ihren Preis, nein, ein ganzes Preismodell: Wer als Privatperson eine .sucks-Domain registrieren will, um sie als Forum im Sinne des Verbraucherschutzes zu führen, kann sich diesen Traum ab September 2015 für zehn Dollar erfüllen.

Vorher jedoch - ab dem 30. März - bekommen Unternehmen die Chance, ihre Marken- und Produktnamen vor der Erstellung von Pöbel-Domains zu schützen, indem sie sie selbst registrieren. Das kostet in der Frühregistrierungsphase mindestens 299 Dollar. In der Premium-Variante werden bis zu 2499 Dollar verlangt - pro Jahr.

Domain-Blockieren ist auch möglich

Einfacher ist es, bestimmte Domains zumindest für die Verwendung anderer blockieren - das ist ab Juni möglich, zu einem Preis in Höhe von 25 Prozent der Standardregistrierungskosten. Vox Populi hat also eine Chance, an der Furcht vor Beleidigungs-Websites gut zu verdienen.

Ursprünglich waren für die neuen Adressen sogar Preise von bis zu 25.000 Dollar im Gespräch. Da verwundert es nicht, dass das .sucks-Konzept selbst in der Domainhändler-Szene wenig populär ist: ".sucks bringt niemandem etwas. Ich denke, es zeigt nur, dass die Icann außer Kontrolle geraten ist", schrieb Rick Schwartz  2013 in seinem Blog. Schwartz ist einer der erfolgreichsten Domainhändler weltweit.

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