Suizidforum Mann vertrieb Selbstmordpillen im Netz
Landshut - Den bisherigen Ermittlungen zufolge soll der Student unter dem Decknamen "Albert Einstein" auf seiner Internet-Homepage für 800 Mark plus 20 Mark Versandkosten ein Schlafmittel angeboten haben, das bei einer Dosis zwischen drei und sieben Gramm tödlich wirkt.
Mindestens zwei Suizide sollen im Zusammenhang mit dem illegalen Handel des Studenten stehen. In den Wohnungen der beiden Selbstmörder wurde nach Angaben des Landshuter Oberstaatsanwaltes Helmut Kober die Adresse des Studenten gefunden. Zurzeit werde ermittelt, ob es noch zu weiteren Selbstmorden gekommen sei.
Bei einer Hausdurchsuchung beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft den Personal-Computer des Studenten sowie größere Mengen des verschreibungspflichtigen Schlafmittels. Auf der inzwischen nicht mehr vorhandenen Homepage des Mannes sollen "Gebrauchsanweisungen" für den Selbstmord zu lesen und Fotos von Toten zu sehen gewesen sein.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt noch, über wen der Student das Schlafmittel beschaffte. Im Falle einer Verurteilung muss er wegen unerlaubten Handels mit Arzneimitteln mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren rechnen. Beihilfe zum Selbstmord ist dagegen straffrei.