Deutsche Unis betroffen Hackergruppe greift Hochschulen an
Durchgekommen: Auch die Elite-Universität Stanford wollen die Hacker angegriffen haben
Foto: MARCIO JOSE SANCHEZ/ ASSOCIATED PRESSDas Hackerkollektiv Team GhostShell ist offenbar in die Server von mindestens 50 Universitäten weltweit eingebrochen. Von dort kopierten sie Daten wie E-Mailadressen, Postadressen und Passwörter und veröffentlichten sie im Internet. Auch vier deutsche Universitäten sollen betroffen sein: Gegenüber "heise online " haben die Technische Universität Berlin sowie die Hochschulen in Heidelberg und Freiburg die Angriffe mittlerweile bestätigt; auch die Uni Göttingen taucht in der online veröffentlichen Liste der betroffenen Institutionen auf.
Bereits vor Tagen hat sich die Hackergruppe auf einer Web-Plattform und über ihren Twitter-Kanal zu der Aktion bekannt und nannte auch Details des "Project West Wind", wie sie den Angriff getauft hat. Ziel der Angriffe sei eine Auswahl der "Top 100 Universitäten weltweit" gewesen.
Auf der Liste stehen sowohl amerikanische Spitzen-Hochschulen wie Harvard, Stanford oder Princeton als auch die Unis von Tokio, Moskau, Rom und die vier genannten deutschen Hochschulen. Die Angreifer hätten allerdings darauf geachtet, die veröffentlichten Daten auf ein "Minimum" zu beschränken - die Rede ist von ungefähr 120.000 Accounts. Von SPIEGEL ONLINE eingesehene Stichproben lassen allerdings eher auf wahllos kopierte Datenbanken schließen, es ist völlig unklar, wie viele der veröffentlichten Dateien tatsächlich in geschlossenen Bereichen der Universitätsrechner lagen. Der Direktor des Freiburger Rechenzentrums erklärte gegenüber "Heise" denn auch, bei den veröffentlichten Daten handele es sich nicht um "vertrauliche Informationen".
Team GhostShell stellt die eigenen Aktionen gern als politische Protestaktionen dar. Im vorliegenden Fall habe man gegen "Missstände im Bildungssystem" protestieren wollen, teilte die Truppe in einer wortreichen Erklärung mit. Vor einigen Monaten hatte die gleiche Gruppe Datensätze aus einer Datenbank eines Jobportals für IT-Fachleute veröffentlicht. Damals hieß es zur Begründung, das Portal rekrutiere Fachkräfte für Wall-Street-Unternehmen, man habe gegen die Auswüchse des Finanzkapitalismus protestieren wollen.