Telekom-Dienste Musicload und Gamesload vor dem Aus
Downloadportal Musicload: "Geschäftlich sind diese Modelle sehr unter Druck"
"Deutschland bekanntestes Musik-Downloadportal" - mit diesem Slogan hat sich Musicload gern präsentiert. Doch bald könnte der Dienst der Telekom aus der Öffentlichkeit verschwinden.
Wie das "Handelsblatt" in seiner Dienstagsausgabe berichtet , will sich die Telekom mit Musicload, Gamesload und Softwareload gleich von drei langjährig betriebenen Downloadportalen trennen. "Geschäftlich sind diese Modelle sehr unter Druck", sagte Telekom-Manager Thomas Kiessling der Wirtschaftszeitung. "Für uns macht eine Fortführung keinen Sinn mehr."
Musicload war im Oktober 2003 gestartet. Vergangenes Jahr waren bei dem Portal, das vor allem mit iTunes und Amazons MP3-Shop konkurriert, noch rund vier Millionen Kunden registriert. Gamesload , eine Verkaufsplattform für Computerspiele, läuft seit dem Sommer 2005, Softwareload kam Ende 2006 auf den Markt.
Wann genau sich die Telekom von Musicload und Gamesload trennt, ist noch unklar. Im "Handelsblatt" heißt es, das Unternehmen werde sich erst "in ein paar Monaten" aus dem Geschäft verabschieden. Eventuell könnten die Portale auch von anderen Firmen übernommen werden: "Für Gamesload und Musicload führen wir derzeit Gespräche mit potentiellen Interessenten über mögliche Fortführungsszenarien dieser Geschäfte", sagte eine Telekom-Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa.
Nach jetzigem Stand scheint Softwareload weiterzulaufen: Das Portal für Computerprogramme wird schon seit Mitte 2012 von Nexway betrieben, nach Auskunft der Sprecherin wird die Telekom der französischen Firma nun auch den Vertrieb übergeben. Insgesamt soll die Schließung der Downloadportale rund 50 Mitarbeiter betreffen.
Auch PagePlace macht dicht
Bereits vergangene Woche war bekannt geworden, dass die Telekom ihren erst 2011 gestarteten Online-Kiosk PagePlace aufgibt . Der Verkauf von digitalen Magazinen und E-Books endet am 28. Februar, zum 31. März stellt der Webshop seinen Betrieb komplett ein. Die Telekom wolle sich künftig stärker auf die Weiterentwicklung und Optimierung der Tolino-Gerätefamilie konzentrieren, heißt es auf einer Infoseite für PagePlace-Kunden .
Besser als den Musik- und Softwareplattformen soll es übrigens Videoload gehen: Das Telekom-Videoportal profitiere von der Anbindung an das konzerneigene Internet-TV-Angebot Entertain, heißt es im "Handelsblatt", die Wachstumsraten seien zweistellig.