Termin-Service "Google" für Gottesdienste
Gänzlich ohne Berührungsängste präsentieren sich die Kirchen in Deutschland: Ihre am Montag freigeschaltete Datenbank der Weihnachtsgottesdienste verzeichnet neben den Terminen von Katholischer Kirche und EKD auch zahlreiche der Freikirchen.
Die bereits zum Start prall gefüllte Datenbank wächst weiter: Die Gemeinden sind dazu aufgerufen, ihre Angebote bekannt zu machen. Das funktioniert schon jetzt prächtig. Stichproben bringen zahlreiche Termine bis hin zu Kleingemeinden. Kein Wunder: Rund 6000 Gemeinden folgten bereits dem Aufruf, ihre insgesamt rund 23.000 Termine auf diese Weise bekannt zu machen. Noch aber gäbe es eine "natürliche Grenze" der Vollständigkeit, wie Tom O. Brok, Leiter der Internetarbeit der EKD, zugibt: "Es sind einfach noch nicht alle Gemeinden online".
Die Organisatoren von EKD und Bischofskonferenz betreten mit dem Service kein Neuland: Bereits zum dritten Mal führen die Kirchen zum Weihnachtsfest ihre Angebote zusammen. Künftig wollen die Kirchen auch andere große Feste wie Ostern bedienen.
Ein starkes Angebot mit nur kleinen Schwächen. Stark und konzise ist das Angebot da, wo die Gemeinden ihre Termine direkt meldeten und diese dann in einer einheitlichen Form präsentiert werden. Alternativ dazu bieten die Betreiber den Gemeinden die Möglichkeit, direkte Links in die Datenbank einzubinden.
Das aber reduziert sie dann unter dem Strich zu einem per Suchabfrage zu durchforstendes Linkverzeichnis: Die Gestaltung der Seiten dahinter ist den Gemeinden selbst überlassen. Dabei gibt es noch ganz erhebliche Qualitätsunterschiede, aber in den letzten Jahren habe sich in dieser Hinsicht "schon sehr viel getan", wie es beim IT-Dienstleister Trilos heißt, der die Datenbank betreibt. "Das Thema Internet wird in den Kirchen sehr ernst genommen".
So kommt es nur noch selten zu skurrilen Ausreißern, bei denen man dann alles zur Geschichte einer Gemeinde nebst der Daten der örtlichen Wetterstation (Pollenflug am 15. Dezember: schwache Belastung. Temperatur 3 Grad, 1019 hPa, 77,9 Prozent Luftfeuchte, 40 µg/m³ Ozon und 9 mW/m² UV), jedoch nichts zu den versprochenen Gottesdiensten erfährt.
Zumindest die Telefonnummer des für das Angebot verantwortlich zeichnenden Pfarrers erfährt man auch auf solchen Seiten: Der kennt sich dann erstens mit den Terminen aus, und wird, wenn er klug ist, zweitens dafür sorgen, dass die versprochenen Termine vielleicht doch noch ihren Platz auf der örtlichen Homepage finden.
Frank Patalong