Teuro: Kauf-Streikaufruf per E-Mail - DER SPIEGEL
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Teuro Kauf-Streikaufruf per E-Mail

Die E-Mail verbreitet sich in Windeseile. Die Aufforderung im Text ist unmissverständlich: Kaufstreik am 1. Juli gegen den Einzelhandel, weil der die Euro-Einführung angeblich zu massiven Preiserhöhungen genutzt haben soll.
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In der anonymen Internet-Botschaft, die in den vergangenen Tagen millionenfach durchs Netz ging, heißt es, der Verbraucher habe das Gefühl, das DM-Zeichen sei einfach durch das Euro-Zeichen ersetzt worden. Damit müsse nun Schluss sein: "Stell dir vor, ganz Deutschland kauft einen Tag lang nichts ein.", heißt es in Anspielungen auf den pazifistischen Slogan der sechziger Jahre.

"Wir nehmen die Aktion nicht ernst", sagte ein Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels. Der Internet-Aufruf gehe an der Realität vorbei. "Weniger Geld ausgeben als im Moment geht gar nicht", behauptet er. Die Preise in Geschäften und Kaufhäusern hätten neue Tiefstände erreicht.

Für den Bundesverband der Verbraucherzentralen geht die Aktion ins Leere. "Die Verbraucher sind mündig genug, an den Stellen, wo sie sich übervorteilt fühlen, direkt zu protestieren", sagte eine Sprecherin. Dafür bedürfe es keines festgelegten Datums. Sie warnte davor, dass durch einen Boykott auch die Händler getroffen würden, die die Euro-Einführung nicht zu verdeckten Preiserhöhungen genutzt hätten.

Zwar versichern Statistiker, dass das Preisniveau mit dem neuen Bargeld insgesamt nicht wesentlich gestiegen sei. Genau das vermuten aber einer repräsentativen Studie zufolge rund 82 Prozent der Bundesbürger. 60 Prozent der Befragten gaben an, vorsichtiger zu sein und weniger einzukaufen als vor der Euro-Einführung. Das geht aus dem "TrendProfil Euro" hervor, das der "Stern" am Freitag veröffentlichte.