Kurioser TikTok-Trend: Wie oft denken Sie an das Römische Reich? - DER SPIEGEL
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Kurioser TikTok-Trend Wie oft denken Sie an das Römische Reich?

Das Römische Reich ist zwar untergegangen, viele Männer denken trotzdem noch oft über das antike Rom nach. Sehr oft sogar. Auf TikTok lachen sich Frauen darüber schlapp. Was ist da los?
»Romula Fest« in Rumänien: Männer in Uniformen erinnern an das alte Rom
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Foto: Daniel Mihailescu / AFP

Wie oft denken Sie an das Römische Reich? An Julius Cäsar, die Schildkrötenformation der Soldaten oder die Geschichte von Romulus und Remus?

Dauernd?

Täglich?

Wöchentlich?

Wenn Sie sich jetzt fragen, was diese Frage soll, dann fragen Sie mal Ihren Freund, Kumpel oder Ehemann, wie oft er so darüber nachdenkt. Ein kurioser TikTok-Trend scheint nämlich eines zu belegen: Männer denken oft an das Römische Reich. Sehr oft.

Der TikTok-Trend

Auf TikTok gehen derzeit zahlreiche Videos um, in denen Frauen ihre Partner oder Freunde fragen, wie oft diese an das antike Rom denken. Die Clips wurden bereits millionenfach angesehen.

Ein Beispiel: Eine Frau filmt sich, wie sie einem Mann die Frage stellt, wie oft er an das Römische Reiche denke. Die Antwort: »Die ganze Zeit.« Und: »Jeder Junge, den du jemals getroffen hast, hat sich schon mal die Frage gestellt: ›Könnte ich in der römischen Legion überleben?‹ Das ist eine normale Sache.« Die Frau wirkt nicht so, als könne sie das nachvollziehen.

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In einem anderen Video antwortet ein Mann auf dieselbe Frage seiner Verlobten, er denke dreimal täglich an das Römische Reich. Als die Frau anfängt zu lachen, rechtfertigt sich der Mann: »Es gibt so viel, worüber man nachdenken kann.« Das Video zählt mehr als vier Millionen Klicks.

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Ein weiterer Mann wird auf die Nachfrage sehr konkret. Er denke mindestens einmal täglich an das antike Rom. Die Frau hinter der Kamera lacht. Er sagt: »Ich denke darüber nach, wie das Leben damals war.« Kürzlich habe er einen Mann mit einem SPQR-Tattoo getroffen, dem römischen Hoheitszeichen. Die Abkürzung steht für Senatus Populusque Romanus. Er habe 15 Jahre Latein gelernt, erklärt der Mann: »Ich liebe dieses Zeug.«

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Ausgelöst hat den Trend womöglich Artur Hulu, ein 32 Jahre alter Geschichts-Influencer aus Schweden. Auf seinem Instagram-Account tritt er als Legionär Gaius Flavius auf und postet Memes und Sketche. Mitte August schrieb er: »Ladies, viele von euch wissen nicht, wie oft Männer über das Römische Reich nachdenken. Fragt euren Mann/Freund/Vater/Bruder – ihr werdet von ihren Antworten überrascht sein.«

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Woher kommt das männliche Interesse?

Hulu erklärte laut »Washington Post« , das Interesse von Männern am antiken Rom habe sich historisch so entwickelt. »Die Männer in der Renaissance haben es getan. Die Gründerväter dachten auch über das Römische Reich nach. Wenn man einmal genug mit dem Römischen Reich in Berührung gekommen ist, egal ob es um das Militär oder das Gesetz geht, sieht man es überall«, sagte er demnach. Er selbst könne sich an keinen Tag erinnern, an dem er nicht über das Römische Reich nachgedacht habe: »Es fasziniert mich einfach, wie sehr sich das Römische Reich von unserer heutigen Welt unterscheidet, aber auch wie ähnlich es ihr ist.«

Historikern zufolge könnte es sein, dass Männer sich mehr für das Römische Reich interessieren als Frauen, weil einige Aspekte der römischen Geschichte, wie die Feldzüge und Gladiatorenkämpfe, vor allem mit einer allgemeinen Vorstellung von Männlichkeit assoziiert werden. Das Erste, was einem in den Sinn komme, sei »ein Bild der römischen Legion, der kaiserliche Adler und diese Art von militärischem Aspekt – zusammen mit Gladiatoren, die seit Langem mit Männlichkeit und Macht assoziiert werden«, sagte Hannah Cornwell, eine Historikerin an der britischen Universität Birmingham, der »Washington Post«.

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Rom wurde der Legende nach im Jahr 753 vor Christus gegründet, das Römische Reich bestand bis ins fünfte Jahrhundert nach Christus. Zur Zeit seiner flächenmäßig größten Ausdehnung erstreckte es sich etwa von Nordafrika bis ins heutige Großbritannien und vom heutigen Portugal im Westen bis ans Kaspische Meer im Osten.

Die antike Supermacht hat ihre Spuren bis in die heutige Zeit hinterlassen – und nun auch auf TikTok.

Sie können nicht genug bekommen vom alten Rom? Dann finden Sie hier alle SPIEGEL-Texte, Videos und Podcasts zum Römischen Reich.

Und hier geht es zu SPIEGEL Geschichte: Rom – Aufstieg und Fall der Republik.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels war Roms Gründung auf das Jahr 753 vor Christus datiert. Das Datum ist jedoch historisch nicht gesichert belegt. Wir haben die Passage angepasst.

ptz