Tipp Der Einstieg in die Ahnenforschung
Immer mehr Menschen interessieren sich dafür, wer die Damen und Herren auf den vergilbten schwarz-weiß Fotos in Großmutters Wohnzimmervitrine sind. Ahnenforschung ist ein Hobby, das viel Geduld sowie Spaß an der Recherche erfordert. Folgende Tipps erleichtern den Einstieg in die Stammbaumforschung:
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
- Zunächst empfiehlt es sich, sämtliche Verwandte, besonders die älteren, nach Daten zu befragen. Am besten, man schreibt alles mit, da es schwierig ist, sich die Fülle an Information zu merken. Wichtig ist es, Geburtsdaten (Datum, Ort, wenn möglich auch die Uhrzeit) zu erfahren, den Beruf und auch Datum und Ort von Hochzeit oder Scheidung. Benötigt werden auch die Namen aller Kinder, Eltern oder Großeltern sowie deren Geburtstage.
- Meist helfen bei der Recherche amtliche Bescheinigungen wie beispielsweise Geburtsurkunden, Totenscheine aber auch Steuerlisten oder Eintragungen in Handwerksregister.
- Die Frage nach der Religionszugehörigkeit darf nicht vergessen werden, da diese wesentlich ist für eine Kirchenbuchrecherche. In den Gemeinden werden ungefähr seit dem 16. Jahrhundert Taufen, Ehen und Beerdigungen registriert. Es kann jedoch vorkommen, dass die Kirchenarchive im Laufe der Jahrhunderte verloren gegangen sind oder zerstört wurden, was die Datensuche in der Regel erheblich erschwert.
- In vielen deutschen Familien gibt es bereits Erkenntnisse in Sachen Ahnenforschung: Da hilft die Nachfrage bei noch lebenden Familienmitgliedern der Kriegsgeneration. Von zahlreichen Familien wurde in der Nazi-Zeit der so genannte "Ariernachweis" verlangt, der mitunter einen substanziellen Teil des Familienstammbaumes über mehrere Generationen umfasst.
- Für die Recherche von Daten nach 1874 ist ein Gang zu den entsprechenden Gemeindebehörden sinnvoll. Seit jenem Jahr gibt es in Deutschland Standesämter, wo Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle registriert sind.
- Ist ein Name unbekannt, verraten spezielle Lexika mehr über Bedeutung und Herkunft des Namens.
- Nach der Recherche sollten die Daten gut archiviert und beschriftet werden, damit sich die Informationen in ein System bringen lassen. Am besten ist es, für jede Person eine eigene Mappe anzulegen, in der sämtliche Informationen über sie gesammelt wird.
- Eine weitere Grundregel der Ahnenforscher lautet: "Forsche nur von Generation zu Generation." Dadurch vermeidet man Fehler beim Erstellen des Stammbaums.
- In Bezug auf ausgewanderte Familienmitglieder eignet sich das Web als Rechercheinstrument oft mehr, als für die Suche nach Vorfahren im eigenen Land. Ist der Name und die Rahmendaten des Vorfahren hinreichend genau bekannt, wird man über gute Suchbots relativ häufig fündig: Behörden bis hin zu Kirchengemeinden in den USA sind schon relativ weit in der Web-Veröffentlichung ihrer Datenbestände. So sind beispielsweise die Daten der katholischen Kirchengemeinden in den USA bis zurück zur Mitte des 19. Jahrhunderts relativ leicht zu finden.