Tipp des Medienpädagogen: Lehrer sollten daddeln - DER SPIEGEL
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Tipp des Medienpädagogen Lehrer sollten daddeln

Mit Speck fängt man Mäuse, mit Computerspielen bocklose Schüler: Völlig unverständlich findet es der Medienpädagoge Stefan Aufenanger, dass Games in Deutschlands Schulen kaum konstruktiv eingesetzt werden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Computerspiele werden nach Ansicht des Hamburger Medienpädagogen Stefan Aufenanger viel zu selten im Unterricht eingesetzt. "Vor allem Geistes- und Sozialwissenschaftler stehen diesen Spielen zu skeptisch gegenüber", kritisierte Aufenanger. Deutsche Lehrer sähen zunächst einmal nur Negatives und schimpften auf die "Ballerspiele". "Dabei machen Spiele dieses Genres gerade mal fünf Prozent des Marktes aus." Die Palette sinnvoller Strategiespiele und Simulationen sei dagegen sehr breit.

Traditionell sind in Deutschland vor allem Strategiespiele wie Siedler, Völker oder Anno 1602 mit rund einem Drittel Marktanteil sehr beliebt. Mit solchen Spielen könnten sich Schüler in andere Situationen hineinversetzen und schulten gleichzeitig vernetztes Denken und das Erfassen komplexer Situationen, erklärte Aufenanger. "Damit folgt man dem Alltagsverhalten der Schüler und spricht auch diejenigen an, die sich sonst genervt zurücklehnen würden."

Wichtig sei, dass mit einer festen Fragestellung an das Spiel herangegangen und der erarbeitete Stoff nachbearbeitet werde. "Computerspiele sollen den traditionellen Unterricht nicht ersetzen, sondern erweitern und ergänzen."

In anderen europäischen Ländern werde der Einsatz von Computerspielen ebenso wie in den USA und Kanada deutlich pragmatischer gesehen, sagte der Medienpädagoge. Ursache der verzögerten Entwicklung in Deutschland seien neben der ausgeprägten Skepsis Mängel in der Lehrerausbildung. "Die Unis sind zu träge. Momentan wird Lehramtsstudenten nur an zwei Standorten der Einsatz von Computerspielen vermittelt."

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