TSA-Waffenfunde bei Instagram - DER SPIEGEL
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Sicherheitsbehörde bei Instagram Auf Reisen mit dem Raketenwerfer

Klappmesser, Kettensägen, Kanonenkugeln: Beamte der Transportsicherheit in den USA finden regelmäßig Waffen im Gepäck der Reisenden. Fotos der Funde präsentiert die Behörde nun auf Instagram.
Waffen-Foto bei Instagram: Beamte präsentieren ihre Funde
Waffen-Foto bei Instagram: Beamte präsentieren ihre Funde

Waffen-Foto bei Instagram: Beamte präsentieren ihre Funde

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Das Waffenarsenal reicht von Klappmessern bis zu Antipersonenminen: Die Beamten der Transportation Security Administration (TSA) machen kein Geheimnis daraus, welche skurrilen Gegenstände sie täglich aus den Koffern von Reisenden ziehen. Ganz im Gegenteil: Die US-Behörde präsentiert die Waffenfunde öffentlich im Netz. Seit ein paar Tagen auch auf einem eigenen Kanal beim Foto-Netzwerk Instagram .

Die TSA ist eine Bundesbehörde des US-Innenministeriums, die nach den Terroranschlägen vom 11. September ins Leben gerufen wurde. Die Beamten kontrollieren unter anderem das Gepäck von Bahn- und Busreisenden sowie von Flugzeugpassagieren. Was sie dabei immer wieder in den Koffern entdecken, ist eine schockierende Mischung aus Kleinfeuerwaffen und schwerem Kriegsmaterial.

Bereits seit einigen Jahren betreibt die TSA ein Blog , auf dem sie ein Portfolio der Waffen präsentiert, die Passagiere durch die Kontrollen schmuggeln wollen. Sie finden dabei allerhand Kampfmittel: Elektroschocker, die als Zigarettenschachtel getarnt sind, oder winzige Derringer-Pistolen, die häufig aus Handtaschen in Western-Filmen gezückt werden. Die Statistik der vergangenen Woche  zeigt die Menge der Handfeuerwaffen: 44 Pistolen haben die Beamten beschlagnahmt, darunter 35 geladene.

Mit dem Instagram-Kanal nimmt die TSA nun offenbar eine jüngere Zielgruppe ins Visier, um davor zu warnen, Gegenstände illegal mit an Bord zu nehmen. Und die Fangemeinde wächst schnell. Am Freitagmorgen folgten dem Instagram-Profil der TSA bereits mehr als 31.000 Anhänger. Mit mahnenden Worten posten die TSA-Mitarbeiter dort die Fotos der Waffen, die nicht ins Reisegepäck gehören. Nach der Regel: "Alle brennbaren und explosionsfähige Materialien, einschließlich Feuerwerkskörper, sind grundsätzlich verboten."

Mörsergranaten und Raketenwerfer

Trotz der jüngsten Waffendebatte in den USA nehmen die Beamten die Waffenfunde mit Humor. Mit spitzen Sprüchen kommentieren sie die gefährlichen Gegenstände. Zum Foto einer Pistole, die mit einem Bajonett ausgestattet ist, lautet die Bildzeile: "Das perfekte Messer, um bei einem Pistolenkampf anzutreten".

Manchmal verbirgt sich im Reisegepäck auch Kriegsmaterial, das sich nicht so leicht verstecken lässt. In einem Blog-Beitrag  dokumentiert die TSA die Waffenfunde des vergangenen Jahres. Darunter Kettensägen und Kanonenkugeln - aber auch schweres Material wie Mörsergranaten und Raketenwerfer.

Selbst eine Claymore-Mine haben die Beamten im Gepäck am Flughafen Tulsa im US-Bundesstaat Arizona entdeckt. Beschriftet war die Antipersonenmine zwar mit "Attrappe". Doch das macht für die Beamten keinen Unterschied. Bei der TSA heißt es: "Bitte denken Sie daran, dass auch Gegenstände verboten sind, die wie eine echte Bombe, Granate, Mine etc. aussehen - egal ob sie echt sind oder nicht."

Was passiert nach einer solchen Entdeckung? Die TSA darf die Passagiere nicht festnehmen, sondern muss die Polizei rufen, die dann das weitere Vorgehen bestimmt und die betroffene Person eventuell festnimmt - oder nach Hause schickt. Die Vorschriften in den USA besagen, dass Schusswaffen im aufgegebenen Gepäck erlaubt sind, allerdings müssen sie in speziellen Behältern transportiert werden, vorher bei der Fluggesellschaft angemeldet sein und dürfen nicht geladen sein.