Twitter-Rollenspiel: Interaktives Abenteuer "Quest Attack" - DER SPIEGEL
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Angeklickt Dieses schräge Adventure wird per Twitter gespielt

Bild aus "Quest Attack": Schräges und interaktives Twitter-Adventure
Bild aus "Quest Attack": Schräges und interaktives Twitter-Adventure

Bild aus "Quest Attack": Schräges und interaktives Twitter-Adventure

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

"Benutze Schlüssel mit Toilette": Der US-Autor Pendleton Ward erweckt bei Twitter die Tradition der Achtzigerjahre-Adventures zum Leben. Beim Echtzeit-Spiel "Quest Attack" geben die Nutzer per Textbotschaft vor, was als Nächstes passieren soll.

Aufgrund der Skizzen des Spielleiters und den verrückten Ideen der Follower macht es jede Menge Spaß, das Echtzeit-Abenteuer im Stile von Spieleklassikern wie "Leisure Suit Larry" und "King's Quest" zu verfolgen .

Pendleton Ward hat das Adventure mit einer simplen Skizze gestartet. Das erste Twitter-Bild zeigt eine Kerkerzelle aus Sicht des Spielers. Eine Toilette ist zu sehen, hinter den Gitterstäben sitzt ein Wärter an einem Tisch, über seinem Kopf schwebt ein Schlüssel. "Was macht ihr?", fragt Ward bei Twitter und fordert seine Follower zum Handeln auf. Nun sind die Nutzer am Zug. Sie können auf den Tweet antworten und mitbestimmen, was nun passieren soll.

Manchmal hilft ein lauter Furz

Für manchen Spieler ist das Abenteuer dann auch gleich wieder vorbei. "Ich mache nichts. Ich bin sicher aus einem guten Grund hier", schreibt ein Nutzer. Ward lässt auch diese Entscheidung gelten. Er antwortet mit dem Bild eines Totenkopfs und den Worten: "Die Suche ist beendet."

Andere Spieler versuchen mit allen Mitteln, aus der Zelle zu entkommen. Diese Versuche nehmen teilweise groteske Züge an. Ein Spieler gibt beispielsweise das Kommando, einfach mal ziemlich laut zu furzen. Mit Erfolg: Der Wärter lässt vor Schreck den Schlüssel fallen, der direkt vor der Zelle landet. Mit dem Fuß erreichen die Spieler den Schlüssel und ziehen ihn zu sich heran.

Doch anstatt die Zellentür zu öffnen, kommen die Nutzer auf ganz andere Ideen. So verfüttern sie einen Notizzettel an die Ratte, ohne die Botschaft zu lesen, sperren eine Schlange zusammen mit der Ratte im Spülkasten ein und ziehen sich den Schlüssel als Ring über den Finger. Ein Spieler küsst die Ratte. Für ihn ist das Spiel dann auch vorbei .

Fast 119.000 Follower bei Twitter

Ab und zu unterbricht Pendleton Ward das Abenteuer, um zu duschen, Wäsche zu waschen oder rechtzeitig zu einem Geschäftstermin zu kommen. Er setzt die Handlung erst fort, wenn er nicht schläft und ein Spieler ihn dazu auffordert, die Pause zu beenden. Fast 119.000 Accounts folgen dem Abenteuer-Account  bei Twitter.

Für alle, die die Übersicht verloren haben, hat der Journalist Brandon Boyer eine Tweet-Sammlung bei Storify angelegt . Dort kann man nachlesen, was sich bisher in der Zelle abgespielt hat. Wirklich fortgeschritten ist das Abenteuer bislang noch nicht: Nach drei Tagen hat noch kein Spieler die Zelle verlassen.

Doch darum geht es auch nicht. Viel spannender ist die Frage, welche verrückten Ideen sich die Twitter-Nutzer als Nächstes einfallen lassen - und mit welchem Kritzelbild der Zeichner darauf reagiert.

jbr