Twitter sperrt Flattr aus - DER SPIEGEL
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Bezahldienst Twitter sperrt Flattr aus

Keine fremden Bezahldienste soll es geben im Reich von Twitter. Dieser Strategie fiel nun die Integration des Spendendiensts Flattr zum Opfer. Die verstoße gegen die Nutzungsbedingungen, begründete Twitter die Aussperrung.
Flattr-Chef Linus Olsson: Scharfe Kritik an Twitter
Flattr-Chef Linus Olsson: Scharfe Kritik an Twitter

Flattr-Chef Linus Olsson: Scharfe Kritik an Twitter

Foto: Drago Prvulovic/ dpa
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Die Verantwortlichen des Microblogging-Dienstes Twitter arbeiten weiter konsequent daran, die Nutzung ihrer Schnittstelle für andere Angebote zu erschweren oder ganz abzuschaffen. Der jüngste Fall betrifft das Micropayment-System Flattr. Dabei kann der Nutzer einen zuvor eingezahlten Betrag auf die Autoren von Beiträgen in Blogs und auf sonstigen Webseiten verteilen, die ihm einen kleinen Obolus wert sind. Bislang war das auch bei Tweets möglich. Davon profitierten nicht zuletzt Musiker und andere Künstler. Flattr finanziert sich selbst über eine zehnprozentige Beteiligung an den verteilten Geldern.

Am Dienstag teilte jedoch der erboste Flattr-Mitgründer Linus Olsson im hauseigenen Blog mit, , Twitter habe mit sofortiger Wirkung diesen Automatismus deaktiviert. Die Art der Nutzung der Schnittstelle verstoße laut Twitter gegen die API-Richtlinien. Die aber, so Olsson, bezögen sich auf unerlaubte Werbung. Twitter bestehe hingegen darauf, jede finanzielle Kompensation einer "Tweet-Aktion" sei ein Verstoß gegen die Regeln, das gelte auch für den Klick auf den Flattr-Button. Er habe das Gefühl, Twitter lese Sachen aus seinen Nutzungsbedingungen heraus, die dort gar nicht vorhanden seien, so Olsson. Trotz allem arbeite er weiter an einer einvernehmlichen Lösung.

Immerhin können Tweets nach wie vor "geflattrt" werden, allerdings nur dann, wenn der Anwender die entsprechende Erweiterung im Browser installiert hat. Seit kurzem ist das sogar bei YouTube-Videos möglich . Für die Twitter-Nutzer bedeutet die Flattr-Aussperrung abermals eine Einschränkung ihrer Nutzungsmöglichkeiten des Dienstes. MobileGeeks stellt die Frage nach dem Eigentum an den von Usern produzierten Daten. Was dürften die Nutzer mit den von ihnen selbst erzeugten Informationen anfangen? Offensichtlich sei Twitter der Ansicht, selbst entscheiden zu können, ob und wie Nutzer die Zufriedenheit mit einzelnen Tweets demonstrieren dürfen .

Die Entscheidung kam nur wenige Tage, nachdem mit Ribbon ein anderer Bezahldienst von Twitter ausgeschlossen worden war. Nur anderthalb Stunden nach dem Start hatten die Twitter-Verantwortlichen den Service, mit dem Kaufaktionen abgewickelt werden können, schon wieder blockiert, wie VentureBeat anmerkt . Zwar würden auch hier die Twitter-AGB gelten, die die Finanzierung von Dritten untersagten. Nur habe Flattr dagegen sogar auf seine zehnprozentige Beteiligung verzichtet, um diese Klippe zu umschiffen. Doch offensichtlich ohne Erfolg.

Flattr-Freunden bleibe jedoch eine Vielzahl weiterer Dienste, deren Nutzer durch einen Klick auf den Flattr-Button bedacht werden könnten. Die Liste reiche von Instagram über Soundcloud, Github, Flickr und Vimeo bis zu 500px. Nur Facebook fehle.

meu