Ubisoft: 95 Prozent der Spiele werden raubkopiert - DER SPIEGEL
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Esel mit W-Lan: Immer am Netz

Foto: Ariel Schalit/ AP

Netzwelt-Ticker Geklaute Games, Notebook-Schadenersatz, W-Lan-Esel

Im Netzwelt-Überblick: Der Chef von Ubisoft behauptet, 95 Prozent aller Spiele seien illegal kopiert; Schadenersatz für beschlagnahmte Notebooks; biblische W-Lan-Esel in Israel.
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Nicht nur Smartphone- und Tablet-Apps sind begehrte Ziele von Hackern, auch bei Computerspielen ist das Interesse in der Warez-Szene groß. Wie groß, umriss jetzt Yves Guillemot, Chef des Spiele-Entwicklers Ubisoft auf der gerade zu Ende gegangenen Gamescom. Gegenüber "GamesIndustry International" erklärte der Franzose, 93 bis 95 Prozent der PC-Gamer würden ausschließlich mit illegalen Kopien spielen . Dabei sei es unerheblich, ob es sich um Kaufspiele handele oder Free-to-play-Games: "Am PC sind es nur etwa fünf bis sieben Prozent der Spieler, die für Free-to-Play bezahlen. Aber am PC bezahlen auch nur etwa fünf bis sieben Prozent, der Rest wird raubkopiert."

Als Konsequenz dieser Entwicklung will Ubisoft, das in der Vergangenheit mit teils drakonischen Kopierschutzmaßnahmen gegen illegale Kopien vorging, verstärkt auf das Free-to-play-Modell setzen. Die Grundversion eines Spiels ist dabei kostenlos, die Finanzierung erfolgt entweder über Werbung oder den Verkauf zusätzlicher Angebote.

Zwar warte man bei Ubisoft auf die nächste Generation der Spielekonsolen; und auch für den PC-Markt werde sein Unternehmen weiterhin auf die Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnittene Titel entwickeln, so Guillemot. Aber: "Der Vorteil von Free-to-play liegt darin, dass wir damit Umsätze in Ländern erzielen können, in denen das zuvor nicht möglich war, weil unsere Produkte zwar gespielt, aber eben nicht gekauft wurden."

Schadenersatz für beschlagnahmte Notebooks

Ein Notebook ist 1,40 Euro am Tag wert. Auf diese Höhe bezifferte die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf den Schadenersatz, der dem Besitzer eines zu Unrecht beschlagnahmten Laptops zusteht. Dieser Betrag klingt zunächst nicht sonderlich hoch. Aber angesichts der Dauer, die es braucht, um einen unrechtmäßig einkassierten Rechner dem staatlichen Zugriff wieder zu entwinden, kann dennoch eine ansehnliche Summe herausspringen. Im konkreten Fall ging es um ein Notebook, das nach vielerlei juristischem Hickhack erst nach 832 Tagen wieder bei seinem Besitzer landete.

Für den eingetretenen Wertverlust könne kein Ausgleich gezahlt werden, so die Staatsanwaltschaft. Auf ihre Weigerung, zumindest eine Entschädigung für ausgefallene Nutzung zuzugestehen, rief der beauftragte Anwalt das Amtsgericht Wuppertal an, das einen derartigen Anspruch sehr wohl anerkannte. Die Staatsanwaltschaft fügte sich, bemaß die Tagessumme auf 1,40 Euro, was dem genervten Notebook-Besitzer immerhin 1164,80 Euro einbrachte . Allerdings rechnet sich der Aufwand unterm Strich trotzdem nicht. Bis der Rechner wieder an seinen Bestimmungsort gelangte, gingen Monate ins Land, die Rückholbemühungen seien "letztlich aufwendiger als die eigentliche Strafsache" gewesen, zitiert "Golem" den Anwalt .

W-Lan-Esel in Israel

In biblischen Landen auf frommen Spuren zu wandeln, das ist das Angebot im Park Kfar Kedem in Nordisrael. Um die historische Erfahrung perfekt zu machen, können sich die Besucher der Anlage kleiden wie zu Jesu Zeiten, auch die Fortbewegung erfolgt zeitgemäß auf Eseln.

Allerdings möchten nicht alle Teilnehmer des Bibel-Programms auf die Segnungen moderner Technik verzichten. Für sie hat Parkmanager Menachem Goldberg einen besonderen Service eingerichtet. Damit selbst unterwegs auf dem Eselspfad stets die neuesten Nachrichten vom Smartphone oder Tablet abgerufen werden können, muss die entsprechende Infrastruktur her.

Also wird den Eseln einfach ein tragbarer W-Lan-Router um den Hals geschnallt. Auf diese Weise hoffe er, so Goldberg, Altes und Neues zu verbinden, die jüngere Generation ans Leben im alten Galiläa heranzuführen, die ihre Erfahrungen mit Freunden teilen könne.

Das Konzept scheint aufzugehen. Associated Press zitiert einen New Yorker Touristen, der mit Frau und Kindern am Programm teilnimmt. Zwar in historische Gewänder wie Hirten von einst gewandet, aber mit iPad und Smartphone bewaffnet, entgehe ihm keine Nachricht. "Ich sende die Bilder zurück zu meiner Familie, während ich Spaß auf den Eseln habe. "

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