Urheberrecht: Google muss zahlen - DER SPIEGEL
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Urheberrecht Google muss zahlen

Ein Gericht in Frankreich hat den Internetdienstleister Google zu einer Strafe von 75.000 Euro verurteilt. Der Grund: Bei der Eingabe eines Markennamens in das Suchfeld wurden neben den Ergebnissen auch Anzeigen aufgelistet, die den geschützten Begriff in ihre Reklame eingebaut hatten.
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Trotz der verhältnismäßig geringen Strafe könnte das Urteil des Gerichts in Nanterre eine große Wirkung haben - schließlich werden laufend geschützte Markennamen gesucht und angefragt. Die technologischen und finanziellen Auswirkungen für die Anbieter von Internetsuchmaschinen sind noch nicht abzusehen.

Der Inhaber des eingetragenen Markennamens "Bourse des Vols" (etwa: "Markt der Flüge"), eine Internet-Reiseagentur, hatte gegen Google geklagt. Das Unternehmen wollte verhindern, dass bei einer Suche des eigenen Namens auch die Werbebanner von Konkurrenzunternehmen angezeigt werden. So genannte "Adwords" sorgen bei Google dafür, dass neben den Suchergebnissen auch Werbung eingeblendet wird, die in Zusammenhang mit den angefragten Begriffen steht.

Ein Beispiel: Sucht man etwa nach dem Begriff "Mietautos" liefert die Suchmaschine neben den Ergebnissen aus der Google-Datenbank etliche Werbeanzeigen von Unternehmen. Diese stehen zumeist als kleine, grüne Kästen unter der Rubrik "Anzeigen" auf der rechten Hälfte der Seite, während die Datenbank-Treffer links aufgelistet sind.

Google hatte zunächst jede Verantwortung abgelehnt. Der Urheber des Markennamens, Fabrice Dariot, sagte nach dem Urteil der Nachrichtenagentur Reuters: "Es war so, als ob das Internet und die Realität zwei verschiedene Welten gewesen wären. Aber diese Regelung zeigt, dass es nur eine Welt gibt. Das Internet wird Urheberrechte respektieren müssen."

Das kalifornische Internetunternehmen kündigte Widerspruch gegen die Entscheidung an, nahm jedoch sonst noch keine Stellung. Binnen der nächsten 30 Tage muss Google nun die Entscheidung des Gerichts umsetzen, danach droht für jede weitere Übertretung eine Strafe von 1500 Euro. Sucht man bei Google momentan nach "Bours des Vols" werden übrigens gar keine Ergebnisse angezeigt.