US-Gericht Der eBook-Hacker ist frei
San Jose - Ein Gericht im US-Bundesstaat Kalifornien setzte die Kaution auf 50.000 Dollar fest. Der 26-jährige Skljarow wurde angewiesen, bis zum Prozessbeginn Nordkalifornien nicht zu verlassen. Der Programmierer ist russischer Staatsbürger und lebt mit seiner Familie in Moskau. Wann das Verfahren gegen Skljarow beginnen soll, ist noch nicht bekannt.
Auf der Hacker-Konferenz Defcon in Las Vegas hatte der Mitarbeiter der russischen Softwarefirma ElcomSoft im Juli ein Programm vorgestellt, mit dem die Computernutzer eBooks der Firma Adobe kopieren können. Die von Skljarow entwickelte Software Advanced eBook Processor (AEBPR) umgeht einen Schutz-Code gegen Raub-Kopien, den der amerikanische Hersteller in seinem eBook Reader eingebaut hat.
Streitpunkt DMCA
In Russland ist die Anwendung der Software legal. In den USA verstößt sie jedoch gegen den "Digital Millenium Copyright Act" (DMCA), ein Gesetz, das die Entwicklung, Diskussion und Verbreitung von Technologien kontrolliert, die dazu genutzt werden könnten das Urheberrecht zu verletzen. Nach US-Medienberichten ist Skljarow die erste Person, die wegen Verletzung des drei Jahre alten, umstrittenen Gesetzes festgenommen wurde. Bei einer Verurteilung drohen dem Programmierer bis zu fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe in Höhe von 500 000 Dollar.
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Die Software-Firma Adobe hatte die Bundespolizei auf den russischen Hacker aufmerksam gemacht und zunächst seine Verhaftung gefordert. Inzwischen hat Adobe seine Haltung revidiert und die Regierung in Washington darum gebeten, den 26-Jährigen freizulassen. Die Verhaftung von Skljarow hatte international Proteste ausgelöst. In mehreren Städten der USA gab es kleinere Demonstrationen, unter anderem vor dem Firmensitz von Adobe in San Jose. Im Netz kursierten Boykott-Aufrufe gegen das Unternehmen.