US-Studie 30 Millionen Netz-Aussteiger
"Former Users" werden die Netz-Aussteiger von den Marktforschern genannt. Von den angeblich 30 Millionen Menschen, die im vergangenen Jahr dem Internet den Rücken gekehrt haben, sollen viele von dem netzbedingten Chaos genervt sein. "Im Vergleich zu vor fünf Jahren ist das Internet komplizierter geworden", sagt Sally Wyatt. "Die Leute sind mit einem ständigen Strom von Inhalten konfrontiert und finden die von ihnen gesuchte Information nicht mehr", schlussfolgert die Marktforscherin, die an dem multinationalen Projekt "Virtual Society" mitarbeitet.
Als weiteren Grund führt Wyatt die steigende Kommerzialisierung des Cyberspace an. "Das Internet hat sich von einem geordneten Hilfsmittel der akademischen Elite zu einem kommerziellen Ding entwickelt", so ihre Analyse.
Erstaunlicherweise soll der Großteil der Netzaussteiger jünger als 25 Jahre sein. Auch dafür hat Wyatt eine Begründung parat: Die jungen Leute können das Surfen nicht bezahlen. "Häufig haben sie die ersten Kontakte mit dem Netz in Universitäten oder Schulen. Später können sie sich das nicht mehr leisten."
Die Studie über die "Former Users", die von der US-Firma "Cyber Dialogue" herausgegeben wurde, legt noch einen Rückschluss für den Abschied aus dem Netz nahe. Es sollen eher jene aussteigen, die sich ihre Fertigkeiten selbst beigebracht haben, als jene, die Internet-Kurse besuchten.