US-Wahlkampf Flaute im Web
So vermeldete die Website der Republikaner noch Stunden nach Beginn des Parteitages, dass "wenige Tage" vor Beginn nun die letzten Vorbereitungen für den Kongress liefen. Ansonsten verwiesen die Republikaner auf ihrer Website gopconvention.com auf die 360-Grad-Kamera von Pseudo.com .
Viele Interessierte scheiterten am ersten Tag bei dem Versuch, Bilder auf den PC zu holen. Zudem mussten mehrere Zusatzprogramme in den Computer geladen werden, bevor die Kamera ihren Dienst tat. Dann ließen sich die Kameras zwar leicht mit Hilfe der Maus steuern und lieferten auch Ansichten aus jedem Winkel, doch sie erinnerten in ihrer Qualität an die Fernsehaufnahmen der ersten Mondlandung. Die Aufnahmen waren daumengroß, zu dunkel und ließen nur gelegentlich Personen erkennen. Zudem gab es keinerlei Ton.
Auch die im Netz live übertragenen Reden der Delegierten konnten qualitativ nicht überzeugen, boten aber immerhin die Möglichkeit, Beiträge zu studieren, die von den meisten Fernsehsendern nicht übertragen wurden. Ein Plus waren auch die Texte der Reden, die sehr schnell ins Netz gestellt wurden und damit jederzeit abrufbar waren.
Chatrooms schwach besucht
In den zahlreichen Chatrooms hielt sich die Beteiligung eher in Grenzen. Auch die vom Diskussionsforum Speakout.com angekündigte Live-Umfrage zu den Vorträgen fand wenig Begeisterung. Nach Angaben der Zeitung "USA Today" beteiligten sich bis zum Abend des zweiten Tages gerade einmal 546 Personen an den Umfragen.
Demokraten wollen es besser machen
Die Demokraten wollen nun Mitte August auf ihrem Parteitag alles besser machen. Sie kündigten an, dass sie für ihre Website dems2000.com bis zu zehn 360-Grad-Kameras aufbieten, um den Kongress komplett abzudecken. Auch die Internet-Nachrichtendienste dürften dann eine neue Chance haben, bei der Berichterstattung zumindest eine Evolution in kleinen Schritten einzuleiten. Auch die erste Fernsehberichterstattung von den US-Parteitagen vor 50 Jahren hatten schließlich nicht alle Zuschauer auf Anhieb überzeugt.