Anti-Schummel-Software Valve-Gründer wehrt sich gegen Spionagevorwurf
Viavle-Gründer Gabe Newell: Kunden nicht ausgespäht, nur Schummler gesucht
Foto: Robyn Beck / AFPGabe Newell hat den passenden Weg gewählt, auf einen viel beachteten Reddit-Post zu reagieren: Der Valve-Mitgründer äußerte sich direkt auf der Diskussions- und Linktipp-Plattform. "Senden wir eure Browser-Historie an Valve? Nein", schrieb Newell in der Nacht zum Dienstag in der Gaming-Rubrik . "Interessiert uns, welche Pornoseiten ihr besucht? Oh, lieber Gott, nein."
Anlass für Newells Stellungnahme war ein Beitrag eines Reddit-Nutzers , den diverse Tech- und Gaming-Seiten aufgegriffen hatten. Unter dem Pseudonym "theonlybond" hatte der Nutzer Valve vorgeworfen, den DNS-Cache von Spielern zu durchsuchen, möglicherweise jedes Mal, wenn sich Valves Anti-Schummel-Software VAC (Valve Anti-Cheat) mit einem Valve-Server verbindet. Die gesammelten Informationen würden zudem nur schwach verschlüsselt übermittelt. Als Beleg für seine Theorie veröffentlichte "theonlybond" einen Screenshot .
Gabe Newell hat nun eine Erklärung für die Beobachtungen geliefert. Er spricht von einem "speziellen VAC-Test für eine spezielle Art von Schummelei", der zumindest 13 Tage lang Wirkung gezeigt haben soll. Dann hätten die Anbieter auf Valves neues Vorgehen reagiert. Innerhalb der knapp zwei Wochen habe man mit Hilfe der Software 570 Schummler enttarnt und gesperrt.
Newell zufolge ging es um Schummelprogramme, die mit einem digitalen Rechtemanagement, wie bei Musik-Downloads oder E-Books, ausgestattet sind. Um zu überprüfen, ob der jeweilige Anwender für die Schummelei auch bezahlt hat, rufen sie zur Authentifizierung den Server des Schummelsoftware-Anbieters auf.
Genau dieses Verfahren nutzte Valve nun, um Nutzer solcher Programme zu enttarnen. Dazu soll die VAC-Software im sogenannten DNS-Cache der Spieler nach Hinweisen auf die Verwendung solcher Tricks Ausschau gehalten haben. "Normalerweise sprechen wir nicht über Valve Anti-Cheat, weil für Schummler sonst neue Möglichkeiten entstehen, das System anzugreifen", schreibt Newell in der Einleitung seines Posts. "Dieses Mal wird also eine Ausnahme sein."
Mit Schummlern haben zahlreiche Online-Spiele zu kämpfen. Zu den am stärksten betroffenen Spielen zählt beispielsweise "Counter-Strike". Neu ist der technische Wettlauf zwischen den Machern von Cheat- und Anti-Cheat-Software aber nicht: Der SPIEGEL berichtete schon vor zehn Jahren über die Problematik .