Vatikan Der heilige Isidor surft mit
Rom - Papst Johannes-Paul II. erwäge derzeit, den heiligen Idisor von Sevilla zum Schutzpatron der Internetnutzer und Programmierer zu ernennen, verlautete am Dienstag aus Vatikankreisen. Der heilige Isidor war bereits vor zwei Jahren für diese Funktion vorgeschlagen worden, doch steht eine endgültige Entscheidung des Kirchenoberhauptes noch aus.
Isidor, der im siebten Jahrhundert lebte, gilt als Autor der ersten Enzyklopädie "Etymologiae", in der sich Einträge zur Medizin, Mathematik, Geschichte und Theologie finden. Die baumartige Struktur des Werkes ist vergleichbar mit der einer primitiven Datenbank, was den heiligen Isidor nach Ansicht der katholischen Kirche ausreichend für den Posten des Internet-Schutzheiligen qualifiziert.
Neben Isidor waren bereits andere Anwärter ins Gespräch gebracht worden. Eine spanische Gruppe favorisiert San Pedro Regalado , einen Priester, der im 15. Jahrhundert lebte. Er soll das Wunder vollbracht haben, gleichzeitig in den beiden Klöstern La Aguilera und El Abrojo aufzutauchen. Zudem galt er als guter Navigator. Die katalanischen Surfer haben der Entscheidung des Papstes bereits vorgegriffen und kurzerhand Santa Tecla zu ihrer Patronin ernannt.
Auch der Vatikan könnte einen Internet-Schutzpatron gut gebrauchen - immerhin ist der Kirchenstaat bereits seit 1996 online. Seitdem hat der Vatikan mehrere tausend Dokumente der katholischen Kirche und Ansprachen des Papstes im Internet veröffentlicht . Die Architektur der Website ist auf drei leistungsstarke Host-Rechner verteilt, die nach den Erzengeln Raphael, Michael und Gabriel benannt sind. Seit 1998 werden auch die Sonntagsgebete des Papstes im Netz übertragen.